Mit ‘Medien’ getaggte Beiträge

UnbenanntBald ist es soweit: Mitte Juni kommt mein Buch zum Thema Medienkompetenz heraus. 6 Monate nach Feierabend am PC sitzen und schreiben werden dann endlich physisch greifbar sein!

Herausgekommen ist am Ende eine schöne Mischung aus Themen wie Cybermobbing oder Stalking mit ganz praktischen Sachen wie der Einrichtung von PC, Browser und vielen anderen Dingen.

Besonders aufgehalten hat die Tatsache, dass sich alles ständig im Wandel befindet. So sieht das Frontend von Avira heute anders als zu Beginn aus, von Facebook mal ganz abgesehen. Aber auch Twitter hat einiges geändert. Nur Samsung ist sich (oder Apple;) treu geblieben und hat mir hier nicht reingegrätscht! Danke :)

Heute möchte ich für euch ein paar Inhalte zum Lesen bereitstellen. Über einige Dinge, die dort vorkommen, habe ich hier ja schon einmal berichtet. Andere Sachen sind einfach zu umfangreich, um sie mit einem Blogbeitrag abzuhandeln.

Falls Ihr wissen wollt, worum es in dem Buch generell gehen wird, könnt ihr außerdem gern im Inhaltsverzeichnis stöbern. Da ich hier auf diesem Blog nur eingeschränkte Möglichkeiten habe, findet ihr das volle Inhaltsverzeichnis sowie ein Elternforum, in dem ihr Fragen stellen und auch diskutieren könnt, unter http://janesmarketing.de/forums/

Dann wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!

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Nach einer doch etwas ausgiebigeren Sommerpause hier im Blog möchte ich heute etwas über die Aktion „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“ von der Techniker Krankenkasse schreiben. Ich war (zugegeben schon vor ein paar Wochen) neulich mal wieder bei der Techniker Krankenkasse und habe mit Jürgen Naujoks über dieses Projekt gesprochen.

Ich muss sagen, es war beeindruckend. Die TK ist mit damit in fast allen Bundesländern in den Schulen präsent, allein in Hamburg sind es über 700! Die Lehrer werden mit dem sogenannten Mobbingkoffer ausgerüstet, in dem alle wichtigen Materialien untergebracht sind. Zusätzlich bekommen sie eine Schulung, dessen Inhalt sie dann auch wieder anderen Lehrern beibringen können (Multiplikatorschulung).

Der Inhalt des Mobbingkoffers

Hierzu gehören:

1. Ein Handbuch zur Projektwoche, in dem die einzelnen Sessions der kompletten Projektwoche enthalten und vorbereitet sind

2. Dann sind dort auch noch zwei DVDs drin:

-> Auf der ersten DVD wird den Kindern gezeigt, was Mobbing bedeutet und welche Folgen es haben kann. Außerdem ist noch Coachingmaterial für die Lehrer mit drauf.

-> Auf der zeiten DVD sind Beispiele aus der Schulpraxis für die Eltern. Mit diesem Film soll eine Grundlage für ein Gespräch auf einem Eltertreffen geschaffen werden.

3. Ein Anti-Mobbing-Spickzettel für die Lehrer. Den Namen habe ich mir nicht ausgedacht und auch das „Haus vom Nikolaus“ habe ich nicht auf den Spickzettel gemalt! Ist aber eine tolle Idee und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Spickzettel die Lehrer in der Projektwoche sehr gut unterstützt hat :)

Der Lehrer-Spickzettel

4. Was nicht fehlen darf, sind natürlich die Info-Materialien für Eltern. Aktiver Schutz kann nur funktionieren, wenn hier alle zusammen arbeiten.

Zusätzlich habe ich vom Herrn Naujoks noch ein neues Modul für den überarbeiteten Koffer bekommen. Hierbei geht es um ein sehr wichtiges Zusatzmodul: Das Thema Cybermobbing. Aktueller denn je, mit einem immensen Gefahrenpotenzial und für Eltern nur schwer zu überblicken. Hierzu werde ich euch natürlich noch ausführllicher berichten.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion nicht von der Techniker allein, sondern auch vom Landesinstitut für Schulentwicklung und Lehrerbildung (Hamburg) und für das Cybermobbing-Modul hinzugekommen ist Klicksafe.de, über die ich auch schon öfters berichtet habe.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr, falls euer Kind an dem Projekt schon einmal teilgenommen hat, eure Erfahrungen damit berichten würdet. Das muss nicht hier öffentlich im Blog sein. Ihr könnt mir auch gern direkt schreiben! Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!

Eure Jane

Hier kommen die 5 Regeln, mit denen man für das Mindestmaß an Sicherheit für seine Kinder sorgen sollte. Für diejenigen, die mit Englisch so Ihre Schwierigkeiten haben, gibt es unten die Übersetzung der Infografik!

5 golden Rules for Parents

Hiermit soll es für Eltern leichter sein, ihre Kinder an Social media teilhaben zu lassen und trotzdem sicher unterwegs zu sein

1. Zeig mir, was du dir ansiehst!
Bitte dein Kind darum, dir zu zeigen, was es sich für Seiten ansieht. Zeige Interesse an den Seiten, die dein Kind sich ansieht und vor allem: Merke Sie dir, damit du sie später auf Sicherheitsaspekte hin durch checken kannst. Finde heraus, wie die Sicherheitseinstellungen dort sind und wie man anstößiges melden kann.

„46 % aller Elten (UK) geben zu, dass ihre Kinder mehr vom Internet und Social Media verstehen als sie selbst!“

2. Privatsphäreeinstellungen überprüfen!
Da Kinder Social Media nutzen, um alles, was sie tun, zu teilen, (viiieele Kommas) kann das Ändern des Profils auf „privat“ sehr sinnvoll sein. So kann man sie davor schützen, dass private Fotos, persönliche Informationen oder der momentane Standort in die falschen Hände gerät.

„80 % der 12-15 Jährigen in GB sind aktives Mitglied in einem Sozialen Netzwerk und haben (natürlich) dort auch ein Profil.“

3. Frag einfach! 
Hilf deinem Kind zu verstehen, dass es Fake-Profile gibt und Menschen über ihre Identität lügen und darüber, wer sie sind. Erkläre, dass es nur mit anderen befreundet sein sollte, wenn es die Person wirklich kennt und ihr vertraut – in der realen Welt!

„35% der Kids werden beim Surfen gar nicht überwacht!“

4. Foto-Check!
Gute Idee, wie ich finde: Erkläre deinem Kind, dass es dort nur Fotos veröffentlicht, die es dir sofort zeigen würde. (Wirklich sehr gut, da in dem Moment sofort der „is mir peinlich“-Schalter umgelegt wird!) Checke außerdem, was es für Apps und Seiten nutzt, um diese zu teilen.

5. Sag deinem Kind, dass es mit dir reden kann, wenn sich über etwas Sorgen macht, dass gerade online geschieht!
Wenn du mit deinem Kind über seine Lieblingsseiten redest, über das Internet und die möglichen Risiken, dann reden es auch eher mit dir über Situationen, in denen es sich unwohl gefühlt hat und Inhalte, die es nicht sehen wollte!

Unten in der Grafik sind übrigens noch ein paar Links mit weiterführenden Infos enthalten! Originalquelle ist der Ofcom report in GB vom April 2013.

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Die Flut der Medien ist kaum noch zu bewältigen – für Eltern wie für Kinder

Durch die weltweite, mediale Vernetzung von Millionen von Menschen ist eine echte, direkte Kommunikation mit anderen nicht mehr notwendig. Unsere Kids können der realen Welt mit ihren lebendigen Beziehungen ganz einfach entfliehen und müssen sich darin gar nicht mehr zwingend zurechtfinden. Es herrschen beste Voraussetzungen, um in die virtuelle Welt einzutauchen und dort eben auch einen Großteil seiner Zeit, also des noch jungen Lebens zu verbringen. Kinder vereinsamen und isolieren sich von der Außenwelt, teilweise sogar ganz bewusst, sei es aufgrund von Problemen wie Übergewicht oder einfach, weil zocken „in“ ist. In der virtuellen Welt sind sie ohne Gesicht und ohne das direkte Gegenüber ganz einfach ungehemmter. Und das macht Spaß!

Das wohl größte Suchtpotenzial bilden Konsolen-, Internet- und Computerspiele wie zum Beispiel „World of Warcraft“ (WoW). Dieses Spiel wird im Fernsehen von Testimonials wie den Fantastischen Vier oder Mr. T als „cool“ beworben (gut, die Spots sind schon etwas her). Gleichzeitig hat dieses Spiel einen zweifelhaften Ruf, der ihm weltweit große Aufmerksamkeit zuteil werden lässt: Es ist nicht nur zeit- und geldaufwändig, sondern es macht süchtig. Über kaum ein Spiel wird mehr diskutiert, auch wenn es sich hierbei nicht einmal um eins der sogenannten  Killerspiele handelt. Jeder WoW-Spot zeigt die eben genannten Stars und ihre virtuellen Ichs beim Spiel. Am Ende eines jeden Spots wird die Frage gestellt: „Was spielst du?“ Ein Kind, das hierfür empfänglich ist, soll sich fragen: Ja, was spiele ich denn eigentlich?? Aber auch Online-Portale wie Facebook werden von Schulkindern gern genutzt, um eben auch nachmittags in Kontakt mit den Klassenkameraden und Freunden zu bleiben. Leider können Eltern hier oft nicht mit reden, weil sie kaum oder gar keine Medienkompetenz besitzen :(

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Welche Kinder sind besonders gefährdet und warum? Die Medienbindung ist bei vielen Kindern ausgeprägt. Sie sehen (fast) alle gern fern und sie spielen genau so gern mit Computern und Konsolen oder surfen im Netz, aber nicht jedes davon entwickelt sich zu einem Süchtigen. Sind es vielleicht die Eltern oder die heutige Gesellschaft, die ihre Kinder zu sehr vor Problemen und Fehlern schützen will?Liegt es an der alögegenwärtigkeit der Technik?

Es gibt Kids, bei denen ganz klar auffällt, dass sie prädestiniert zum übermäßigen Medienkonsum sind. Wenn hier zusätzlich keine Grenzen gesetzt werden, verschlimmert sich die anfängliche Auffälligkeit durch die sich „gegenseitig verstärkende Erlebens- und Verhaltensschleife“:  Durch ihr suchtgeprägtes, bereits auffälliges Verhalten sind sie anderen Kindern gegenüber gereizt und aggressiv. Verhalten die anderen sich nicht so, wie das auffällige Kind es sich wünscht nicht, wird geschrien und gehauen. Dadurch gehen bestehende Beziehungen zu Klassenkameraden in die Brüche und die einzige Beschäftigung, die noch bleibt, ist der Medienkonsum.

Nach Schulte-Markwort betrifft das vor allem Kinder, die zum Beispiel auffällig verwahrlost, unsicher oder auch kontaktscheu sind….Hä? Eine derartige Generalisierung ist gerade bei der Prävention absolut nicht hilfreich. Die Medien-Initiative „Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht“ hat diesbezüglich die „10 goldenen Regeln für Eltern“ entwickelt. Mit Hilfe dieser Regeln können Eltern aktiv Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder nehmen und so verhindern, dass aus dem Suchtpotenzial ein Suchtverhalten entsteht. Einige dieser recht hilfreichen Regeln sind:

  • Vereinbart mit eurem Kind klare Regeln und Zeiten zur Computernutzung. Achtet bitte auch auf die Einhaltung dieser Abmachung (!!!!)
  • Beobachtet, mit wem, wo und wie oft Ihr Kind Computerspiele nutzt!
  • Nutzt den Computer nicht als Belohnungs- oder Bestrafungsmittel und missbraucht ihn v.a. nicht als Babysitter!

Es wird deutlich, worin die Probleme liegen und wie leicht Eltern Fehler machen können. Die Folgen ihres Handelns sind oft weitreichend und nur unter großen Anstrengungen zu korrigieren. Computersüchtige Kinder sind nur schwer in der Lage, normal außerhalb des Computerspiels zu leben und zu denken. Wie auch bei jeder anderen Sucht fallen die schulischen Leistungen ab und Auseinandersetzungen mit anderen Kindern können nur noch durch aggressives Verhalten bewältigt werden. Pubertierende Kinder gehen wichtigen Entwicklungsaufgaben aus dem Weg und sind bei dem späteren Übergang in das erwachsene Leben überfordert.

Das große Problem hierbei ist, dass man Computersüchtige nicht unbedingt erkennt. Drogenabhängige fallen dadurch auf, dass sie herumtorkeln, stehlen und „asozial durchhängen“. Diese Art der psychischen Abhängigkeit ist empirisch umfassend belegt und erforscht. Zur Ermittlung der Dunkelziffer der computersüchtigen Kinder sind jedoch aufwändige Erhebungen notwendig. Solange aber die Aufmerksamkeit und das Interesse dafür bei den Eltern, der Regierung und den Schulen fehlt, wird die Anzahl der Mediensüchtigen Kinder auch nicht zurückgehen.

Daher möchte ich allen Eltern den Titel der eben erwähnten Initiative noch einmal ans Herz legen: SCHAU HIN, WAS DEIN KIND MACHT!

Eure Jane

Kinder und Mediennutzung

Veröffentlicht: 28. Mai 2013 in Dies und das, Kinder
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Sollten Kinder fernsehen, bis „der Arzt kommt“?

Zunächst einmal sei gesagt, dass die Nutzung von Medien grundlegend durch das Nettoeinkommen im Haushalt bestimmt wird. Wer weniger Geld hat, kann seinem Kind nun mal nicht die Playstation Portable + IPad kaufen (das wäre auch nicht gerade im Sinne eines Kindes, das Beispiel dient hier lediglich der Veranschaulichung). Natürlich ist es heutzutage so, dass fast alle Haushalte (> 90 %) mit einem Fernsehgerät, Handy, Festnetz-Telefon, Radio und CD/MP3-Player ausgestattet sind. Jedes zweite Kind hierzulande hat ein Handy und mehr als ein drittel besitzt einen eigenem MP3-Player.

Die Nutzung der einzelnen Medien hängt aber von mehreren Faktoren ab. Einen Faktor bildet das Medium selbst. Hier geht es darum, ob es sich zum Beispiel um das Fernsehen oder eine Zeitschrift handelt. Ein anderer Faktor ist die Jahreszeit. An einem Wintertag sehen Kinder ganz klar mehr fern als im Sommer. Auch der Wochentag ist ein Faktor, denn Sonntags ist die Computernutzung nicht nur bei Kindern mehr als doppelt so hoch wie an den Werktagen. Das dürfte jeder, der sich am Wochenende im Netz aufgehalten hat, schon einmal gespürt haben :)

Medien wie Radio oder Bücher haben einen relativ geringen Stellenwert bei Kindern. Der Kindle könnte da abhilfe schaffen, aber Lesen ist nun mal relativ unpopulär bei den Kids. Es gibt nur einige wenige Kinderbücher, wie Harry Potter, die gern von Kindern gelesen werden und auch einen entsprechenden Stellenwert beitzen. Bei der Nutzung von Computern und Computerspielen und auch beim Fernsehen sieht es anders aus. Letztendlich ist aber das Fernsehen das Medium, dass Kinder am liebsten nutzen. Der Fernseher ist einfach zu bedienen und rödelt fröhlich stundenlang vor sich hin. Wenn man sich nicht betätigen will, bietet fernsehen die beste Alternative.

Wenn es um die Folgen des übermäßigen Fernsehens geht, stellen sich Eltern die immer gleichen Fragen: Wie viel fernsehen und speziell Werbung kann mein Kind verstehen und verarbeiten? Wie nimmt es Werbung überhaupt wahr und erkennt es vielleicht sogar Manipulationsversuche? Viele Eltern würden ihre Kinder wahrscheinlich nicht der Werbung aussetzen wollen….Um das zu ermöglichen, müssten sie aber entweder ausschließlich mit ihren Kindern zusammen fernsehen oder das Fernsehen ganz aus dem Alltag entfernen!

Inwieweit das Erstere durchsetzbar ist, weiß jeder selbst. Die sinnvolle Selektion des Programms auf kinderfreundliche und pädagogisch wertvolle Angebote ist eine mühselige und zeitaufwendige Angelegenheit. Daher wählen einige Eltern die Methode des totalen Ausschlusses. Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) stellt diesbezüglich klar, dass der pädagogische Ansatz der „Vermittlung von Medienkompetenz“ der bessere Weg für die jungen Konsumenten ist. Kinder sollten sich demnach aktiv mit der Werbung auseinander setzen, denn nur so lernen sie frühzeitig den kompetenten Umgang damit. Auch das Jugendamt ist der Meinung, dass dieser Ausschluss einem Kind mehr schadet als Nutzen bringt. Kommen wir mal zu den Folgen, die so ein Ausschluss mit sich bringt:

  • das Kind hat keine Möglichkeit, um den Umgang mit Gerät und Programm zu erlernen,
  • es kommt zu Aggressionen gegen die Eltern, weil „die verbieten, was sie selbst gerne tun“,
  • es wird von seinem sozialen Umfeld isoliert,
  • es wird unkontrolliert bei anderen ferngesehen.

Deshalb sollten Eltern ihren Kindern stets einen altersgerechten Mix aus medialen und nichtmedialen Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten.  Das mag in der Umsetzung anstrengend sein, aber das eine oder andere Extrem ist sicherlich beides gleich schlecht für die geistige Entwicklung unserer Kinder. Weitere Infos und Literatur dazu findet ihr überigens unter Ratgeber.

In diesem Sinne,
Eure Jane

Ein schönen ersten Mai erstmal! Ich hoffe, ihr habt den Tag alle genießen können :)

Ich bin gerade zufällig über einen weiteren Beitrag zum Thema Medienkompetenz gestoßen. Wieder im Zusammenhabng mit der Social Media Week, wo ich schon einmal im Beitrag Kinder. Social Media. Verantwortung berichtet habe. Hier geht es jetzt aber um das Panel “Netzgemüse”, wo ebenfalls über Themen wie die Internetnutzung von Kindern gesprochen wurde.

Lange Rede kurzer Sinn ;) Hier geht es zum Beitrag von pusteblumemedia.

Bis bald,
Eure Jane

Techniker Krankenkasse #smwhhKinder. Social Media. Verantwortung. Kinder und Jugendliche im Social Web.

Ich war die ganze letzte Woche auf der Social Media Week in Hamburg unterwegs. War lustig und unterhaltsam, wenn auch etwas stressig. Das Beste kam zum Schluss, nämlich der Vortrag der Techniker Krankenkasse – Kinder. Social Media. Verantwortung. Klingt erstmal überhaupt nicht spannend oder? Dachte ich auch erst, wurde aber eines Besseren belehrt. Dort waren insgesamt 7 Redner geladen, nicht schlecht Herr Specht! Gestreamt wurde hier übrigens auch wieder, wer es also noch einmal komplett sehen will, der klickt hier.

Habt ihr schon einmal vom Social Media Burnout gehört? Es heißt, dass die Informationsflut von heute eine Form von Stress erzeugt oder erzeugen kann, die Burnout-ähnliche Symptome auslösen soll. Kann ich mir teils irgendwie gar nicht vorstellen und teils sehr gut. Manchmal hat man ganz schön damit zu tun, alles zu behalten, was man sich unbedingt noch ansehen wollte. Und dann ist es vergessen, weil man, sobald man FB aufmacht, eh vergessen hat, worum es gerade noch gerade. Ganz übel wird es, wenn man auch noch die FB-Startseite hat…( das war ein kurzes, schnell für sinnfrei befundenes Experiment) Zurück zum Vortrag: Heute gibt es ein „digitalen generation gap“. Das heißt übersetzt, es gibt einen digitalen Graben zwischen den Generationen. Auf der einen Seite stehen die Kids von heute, die digital natives (digitale Ureinwohner) und auf der anderen Seite des Grabens befinden sich die Traditionalisten. Die Eltern können vielfach nicht nachvollziehen, was die Kinder an der übermäßigen Mediennutzung so toll finden und die Kinder wiederum können sich absolut nicht vorstellen, auf Medien zu verzichten.

Katrin Viertel, Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Medienwirkungsforschung, hat sozusagen den Hauptvortrag gehalten. Sie ist Medienpädagogin und arbeitet als Eltern-Medien-Lotse. Dabei handelt es sich um ein Projekt von TIDE, gefördert von der Medienanstalt Hamburg und Schleswig-Holstein. Laut Frau Viertel ist es grundsätzlich erst einmal so, dass es eine auf dem Alter der Kinder basierenden Unterschied in der Mediennutzung gibt:

  • 6 – 11 jährige Kinder nutzen Medien überwiegend zum Spielen und Fernsehen.
  • 12 – 19 jährige nutzen soziale Netzwerke, Video- und Shoppingportale, sprich sie nutzen Facebook, Youtoube und Ebay. Links oder rechts davon gibt es eigentlich nichts nennenswertes.

Weiterhin gibt es verschiedene Aspekte in der Verantwortung:

  1. Anwendungskompetenz: Was kann ein Gerät? Was sind zum Beispiel Rückruf-Fallen, Urheberrechtsverletzungen und was bedeutet kostenlos wirklich (v.a. bezogen auf Online Games)?
  2. Beurteilungskompetenz: Wie vertrauenswürdig sind bestimmte Quellen im Internet (Wikipedia vs. Brockhaus)?
  3. Soziale Kompetenz: Worauf muss man Rücksicht nehmen (Stichwort cyber Mobbing)? Muss man immer online sein (Stichwort Suchtverhalten)? Hier geht es vor allem um (selektive) Wahrnehmung, Reflektion des Verhaltens und Interpretation unvollständiger Infos, hervorgerufen durch zb. nicht-zu-Ende-lesen.
  4. Anwendungssicherheit: Was kann man mit Daten machen und wie kann man Datenmissbrauch vorbeugen?

Eltern fragen sich häufig, wie lange man, beispielsweise pro Tag, die Mediennutzung erlauben sollte. Sie möchten eine Regel, ja gar ein Patent, das ihnen ohne Probleme und weiteres nachdenken ermöglicht, gute Eltern zu sein. So etwas gibt es jedoch nicht, das muss man sich klar machen. Jedes Kind ist anders.  Solange Kinder keine Verhaltensauffälligkeiten bzw. Suchtverhalten zeigen, dürfte auch alles im Rahmen sein. Jedem ist aber durchaus klar, dass ein 3-jähriger überfordert ist, wenn er 3 Stunden oder mehr vor dem Fernseher verbringt. Dazu reicht etwas gesunder Menschenverstand aus. Bei den größeren Kids oder besser gesagt Jugendlichen muss man sich auch Gedanken darüber machen, welche Motive hinter der Dauernutzung des zB. Smartphones stehen. Sie wollen kommunizieren, an Dingen teilhaben und sie wollen sich darstellen, jemand sein, cool sein! Wirklich gefährlich wird das dadurch, dass Kinder und auch Jugendliche nicht ausreichend darüber nachdenken, was passieren könnte. Unser Alltag ist im Vergleich dazu bestimmt durch Vorahnungen und Sorgen. Unbeschwert sind wir schon lange nicht mehr gewesen, diese Eigenschaft geben wir an unsere Kinder ab, in dem Moment wo sie das Licht der Welt erblicken. Das ist auch gut so. Es verpflichtet uns als Eltern aber auch in gewisser Weise zur Auseinandersetzung mit den einzelnen Medien. Hierbei sind aber nicht nur die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung gemeint, die die schädlichen Einflüsse von Facebook auf die Zufriedenheit des Einzelnen genauer untersuchen ;)

Wie kann nun also die Kompetenz der Eltern wachsen? Eltern brauchen Sicherheit und den richtigen Ansprechpartner. Kinder brauchen Ansprechpartner innerhalb des Elternhauses. Für eine erfolgreiches Wachsen der anfangs aufgezählten Kompetenzen müssen hier alle Akteure zusammen arbeiten, also Eltern, Pädagogen, Anbieter und die Gesellschaft.

Das Mediennetz Hamburg bietet hier eine ganze Reihe von Reportagen zu den verschiedensten Themen, angefangen von Mögliche Risiken im Chatroom und Chatsprache über Schwerpunkt Jugendmedienschutz bis hin zu iPod und Plattenspieler – Schallplatten und Kassetten digitalisieren gibt es dort alles. Zusätzlich gibt es hier die Broschüre selbst & bewusstTipps für den persönlichen Datenschutz bei Facebook vom Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Falls ihr noch Fragen habt oder weitere Infos benötigt, könnt ihr mich gern unter kinderundwerbung@office-dateien.de kontaktieren.

Eure Jane