Mit ‘kinder’ getaggte Beiträge

Die Pixi Bücher kennt man ja. Sie haben vielen Kindern und auch so manchem Elternteil schon bei der Beantwortung der einen oder anderen Frage geholfen. Sie enthalten Infos zu Themen, die für Kinder relevant sind und vermitteln diese in einer kindgerechten Aufmachung und Sprache. So wird zum Beispiel erklärt, wie man mit Haustieren umgeht („Der süßeste Hund von allen“), was zu tun it, wenn man Angst vor Wasser hat („Ist Vincent wasserscheu?“) oder was man macht, wenn einen ein Fremder anspricht oder gar fotografiert („Lena sagt Nein!“). Worauf ich heute aufmerksam machen möchte, ist „Sicher durchs Internet mit Ben und Lena“. Ein sehr schön geschriebenes kleines Heft, das ich auf der Social Media Week beim Vortrag Kinder. Social Media. Verantwortung mitnehmen konnte.

Ich habe heute erst wirklich die Ruhe gehabt, um mir das Büchlein durch zu lesen und den Beitrag zu schreiben. Nur das Lesen hat ungefähr eine Viertelstunde gedauert. Länger nicht! Mein Tip vorweg ist daher: Wenn du dieses Heft irgendwo siehst, nimm es mit! Diese 15 Minuten sollte jeder investieren, der sich um seinen Nachwuchs sorgt. Jedes Kind ist irgendwann soweit, die ersten Schritte im World Wide Web zu unternehmen. Die Medienkompetenz unserer Kinder liegt in unseren Händen und Wissen ist in diesem Bereich enrom wichtig! Die Klicksafe Werbung „Schützen Sie Ihre Kinder im Internet“ ist da sehr treffend…


Zurück zu Pixi:

Zunächst einmal wird hier erklärt, was wahre und falsche Freunde sind und was das Internet überhaupt ist. Es gibt zum Beispiel Geheimnisse, die man bewahrt und andere, die Kinder lieber doch mit den Eltern oder einem anderen, der helfen kann, teilen sollen. Auch ist die Bezeichnung „Freunde“ keine treffende Bezeichnung. Es gibt Profile, wo User teils bis zu 700 „Freunde“ und mehr haben. Erwachsene wissen, dass es sich eher um eine Sammlung von Kontakten handelt und dass nur ein winzig kleiner Prozentsatz zu echten Freunden zählt. Kinder haben hier nicht so genaue Vorstellungen von den Dingen und sie sind leichter zu beeinflussen. Sie sind einfach viel naiver und dafür lieben wir sie ja auch. Aber: Schutz ist wichtig!

„Wenn du nicht weißt, was los ist, halt Abstand, auch im Internet!“  (S. 23)

Wenn du einen Vorgeschmack auf das Heftchen haben willst oder es keines mehr gab, weil die sehr beliebt sind,  habe ich die Tips aus dem Pixi-Buch zusammengefasst. Vor der Nutzung des Internets gilt jedoch die Regel: Sei bei der Einrichtung von eigenem Benutzer, dem Browser und Profilen im Netz dabei, überpfüfe die Sicherheitseinstellungen und stelle die maximale Sicherheit für dein Kind ein!

Du musst (ich habe hier bewusst musst gewählt!) einem Kind erklären oder zeigen,

  • Wie es einen Bildschirm ausschalten kann! Nur dann kann es bei aus Versehen angeklickten Obszönitäten etc. schnell reagieren.
  • Dass bei klassischen Chats jeder sehen kann, was es schreibt! Soll es privat sein, muss ein Instant Messenger wie Skype oder ICQ genutzt werden.
  • Dass es keine Anhänge von Fremden Absendern öffnen darf! Diese können nicht nur Viren sondern eben auch Obszönitäten enthalten. (Hier empfiehlt es sich, dieses Wort mit „Dinge, die du nicht sehen möchtest“ oder „Inhalte, die dich erschrecken“ als Umschreibung zu verwenden.)
  • Wie eine Web-Cam funktioniert und dass es möglich ist, Video-Chats aufzunehmen und auch, dass man solche Videos ins Netz stellen kann!
  • Dass es Fake Profile gibt und man sich im Internet ganz leicht verstellen kann. Man sieht seinen „Freund“ nicht unbedingt und kann so weder Alter, Geschlecht oder Körpersprache zur Beurteilung über Vertrauenswürdigkeit und Sympathie heranziehen
  • Dass es stets einen Nickname, also einen Spitznamen, nutzen soll!
  • Was private Angaben sind! Der Begriff „Privat“ erschließt sich Kindern nicht. Sie müssen wissen, dass man sie nur bei Menschen macht, denen man vertrauen kann. Dein Kind (und du auch) muss darauf achten, was es in seinem oder ihrem Profil über sich verrät.
  • Dass es sich nie mit einem neuen „Freund“ verabreden und treffen soll, ohne dich vorher zu informieren!
  • Dass es andere Fragen um Erlaubnis bitten muss, bevor Fotos veröffentlicht werden, auf denen diese zu sehen sind!
  • Dass Fotos nicht wieder entfernt werden können, wenn andere sie kopiert und weitergeleitet haben! Fotos im Internet sind wie eine Tätowierung, die nicht mehr zu entfernen ist.
  • Dass es mit dir spricht, wenn es zu etwas aufgefordert wird, wobei es sich schlecht fühlt oder das es nicht tun möchte!

„Sag laut und deutlich nein, verlasse dich auf dein Gefühl und vertraue auf deinen Mut!“ (S. 25)

Die weiterführenden Links aus dem Heft habe ich auch noch einmal aufgelistet:

Unter dem Strich ist dieses Pixi Buch so vollgepackt mit hilfreichen und nützlichen Informationen. Kein Wunder also, dass man da schwer ran kommt!

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Das Kinder Informationen anders auf nehmen und auch weitergeben, ist jedem bekannt. In der Theorie gibt es den idealtypischen Verlauf. Der ist aber, wie der Name schon sagt, idealtypisch und damit wohl mit utopisch gleichzusetzen.

Im idealtypischen Kommunikationsprozess gibt der eine Kommunikationspartner durch ihn kodierte Informationen ab, er sendet sie also, und der andere dekodiert diese und nimmt sie dann wieder auf, empfängt dann also. Sprich Sender = Firma, zum Beispiel Mattel, und Empfänger = Zwerg. Durch den Einsatz von Werbemitteln wird die Werbung so ausgestaltet, dass die Botschaft (Kauf mich, ich bin so toll!) indirekt übermittelt wird. Die Entschlüsselung im Kopf des Kindes ist notwendig, damit das Kind die Information verstehen kann. Soweit zur idealen Vorstellung.

Bei Kindern findet dieses Prozedere wohl eher selten statt. Das heißt, dass es bestimmte Störquellen gibt, durch die die gesendete Information entweder gar nicht oder falsch entschlüsselt wird. Kindern passiert das schneller als Jugendlichen oder Erwachsenen, das heißt die Anfälligkeit für Störungen im Prozess schwindet mit zunehmendem Alter. Für die Werbung bedeutet das widerum, dass mögliche Störquellen bzw. Einflussfaktoren genau identifiziert werden müssen. Nur dann kann die gesendete, verschlüsselte Werbebotschaft vom Kind richtig dekodiert und aufgenommen werden.

Kommen wir zu den Einflussfaktoren/Störquellen:
Die subjektive und selektive Wahrnehmung         

Ja, subjektiv und selektiv sind zwei Dinge, die aber nunmal zusammengehören und alle Sinne betreffen, also das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Wahrnehmung passiert automatisch und ist durch einen selbst nicht beeinflussbar. Was ich sehe, dass sehe ich. Die Wahrnehmung umfasst aber noch mehr als die reine Informationsaufnahme, denn erst durch die Interpretation der Information im Gehirn wird etwas wirklich wahrgenommen. Hinzu kommt, dass nur bewusst wahrgenommene Informationen empfangen und verarbeitet werden können.

Wahrnehmung erfolgt subjektiv. Eine plötzliche Situation wird von jedem etwas anders wahrgenommen, denn jeder hört, sieht und erlebt alles nur aus seinem eigenen Blickwinkel. Frühere Erfahrungen haben natürlich auch Einfluss auf diesen Blickwinkel. Das Gehirn versucht, neue Informationen in bestehende semantische Netzwerke einzuordnen. Bei Kindern sind diese aber noch relativ klein und unverbunden. Deshalb müssen Informationen vereinfacht, verzerrt und anders organisiert werden.

Selektive Wahrnehmung bedeutet, dass nicht alle Reize wahrgenommen werden, sondern nur die, die deine Aufmerksamkeit erregen. Dieser Prozess dient dem Schutz vor Überlastung. Kinder kennen viele Situationen noch nicht und haben keine Erfahrung, auf die sie zurückgreifen können. Zusätzlich sind sie nicht so aufnahmefähig wie Erwachsene. Sie müssen wesentlich stärker selektieren und ihre Wahrnehmung auf das Wesentliche beschränken. Bei ihnen wirkt die Aufmerksamkeit wie ein Filter, durch den eine Werbebotschaft dringen muss!

Involvement                                                                                             

Involvement ist englisch und bedeutet soviel wie „Verwicklung in etwas“. Je wichtiger etwas für den sogenannten Rezipienten ist, sprich das zu bewerbende Kind, umso höher ist seine sensorische Aktivierung und damit seine Aufmerksamkeit. Klingt alles ziemlich wissenschaftlich, aber der Verzicht auf Fachvokabeln ist an dieser Stelle schwierig. Je mehr sich ein Kind also für etwas interessiert, umso schneller ist es aufmerksam, wenn der Werbespot dafür gesendet wird. So gibt es das High-Involvement, bei dem sich das Kind aktiv mit dem gesehenen auseinander setzt und das Low-Involvement, bei dem das Kind den Spot nur passiv wahrnimmt. Ein Beispiel hierfür ist Mädchen- und Jungenspielzeug: Mädchen sind bei Puppenwerbung sehr involviert und Jungen eher weniger. Bei Legowerbung ist es meist anders herum. Die Kommunikation mit Kindern ist somit nur dann möglich, wenn diese ein hohes Maß an Involvement gegenüber dem zu bewerbenden Gegenstand haben. Nur dann nehmen sie diesen Gegenstand wahr.

Um die für uns lustige Seite dieser subjektiven, selektiven und involvement-abhängigen Wahrnehmung zu zeigen, gibt es zum Schluss was zum schmunzeln: Kindermund :) „Erkenntnisse aus Schulaufsätzen (2. Grundschulklasse):

  • Der Papst lebt im Vakuum. (ach so? ;-)
  • In Frankreich hat man die Verbrecher früher mit der Gelatine hingerichtet. (das ist ja auch um einiges humaner? ;-)
  • Mein Papa ist ein Spekulatius. Der verdient ganz viel Geld an der Börse. (und an Weihnachten verdient er immer richtig viel!!!;-)
  • Bei uns dürfen Männer nur eine Frau heiraten. Das nennt man Monotonie. (Früh erkannt?.. ;-)
  • Bei uns hat jeder sein eigenes Zimmer. Nur Papi nicht, der muss immer bei Mami schlafen. (Armer Mann? ;-)
  • Die Fische legen Leichen ab, um sich zu vermehren.(uhhh? dazu sag ich mal nix? ;-)“

…wer die restlichen Ergüsse auch lesen will, schaut hier!

Viel Spaß damit!

Facebook Graph Search – aufgepasst

Veröffentlicht: 14. Februar 2013 in Soziale Netzwerke
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Ihr habt vielleicht noch nicht davon gehört, aber Facebook wird seine Suchfunktionen „verbessern“. Graph Search heißt der neueste Einfall von Mr. Zuckerberg.

Paul_BieberHierzu habe ich einen sehr interessanten Beitrag von Paul Bieber erhalten, der euch über die wichtigsten Neuerungen informiert und ich kann nur jedem raten, sein Profil auf mögliche Graph Search Likes zu checken. Paul ist Referent und Social Media Manager bei Columbus Interactive in Ravensburg. Zu seinen Kunden gehören u.a. die doubleSlash Net-Business GmbH und site-tracker.com.

Schütze dein Facebook-Profil vor Facebook Graph Search!

Soziale Netzwerke wie Facebook sind ein zweischneidiges Schwert: Sie ermöglichen einerseits neue Formen der Kommunikation mit Bekannten und Unbekannten, andererseits können sie bei unvorsichtiger Nutzung ein Problem für den Schutz von privaten Daten darstellen. Je besser die Suche und Navigation innerhalb von Facebook wird, umso schneller kann dabei die Privatsphäre in Gefahr sein. Zu Beginn von Facebook verschwanden Peinlichkeiten und Dummheiten sehr schnell von der Pinnwand und somit aus dem Blickfeld. Die Einführung der Chronik im Jahr 2011 ermöglichte es, schnell zu alten Beiträgen zu navigieren. Sämtliche Beiträge wurden somit archiviert und bleiben auf unbestimmte Zeit sichtbar.

Die neue Facebook-Suchfunktion „Graph Search“ ist ein weiterer strategischer Meilenstein auf dem Weg gläserne Profile, die für jeden Nutzer des sozialen Netzwerks sichtbar sind, zu erstellen. Graph Search ist die interne semantische Suchmaschine, welche eine gezielte themen- und personenspezifische Suche ermöglicht. Sämtliche Daten, die Nutzer seit ihrem Start bei Facebook in ihren Profilen eingegeben haben, werden für die Suche herangezogen. Dazu gehören nicht nur die Basis-Angaben wie Geschlecht und Wohnort, sondern auch Fotos, auf denen ein Nutzer getaggt wurde, Seiten, Profile und Postings, bei denen man den „Like“-Button verwendet hat, sowie Kombinationen daraus. So können durch eine derartige Suche auch längst vergessene Peinlichkeiten wieder zum Vorschein kommen. Mit SimpleWash steht gegenwärtig eine Applikation zur Verfügung, die diese unerwünschten Inhalte findet und euer Profil säubert. Ob dies nur ein Versprechen ist oder tatsächlich eine Hilfe darstellt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig geklärt, aber ein Test schadet sicher nicht.

Schlüsselwörter suchen und finden

SimplewashDas Tool durchsucht das eigene Profil nach bestimmten „politisch inkorrekten“ Schlüsselwörtern und zeigt die Beiträge, in denen diese Begriffe vorkommen, in einer Liste an. Sofern gewünscht, werden die gefundenen Beiträge im Anschluss gelöscht oder mit restriktiveren Privatsphäre-Einstellungen versehen. Auch Fotos, die von anderen Nutzern mit dem eigenen Profilnamen getaggt und mit Kommentaren versehen wurden, können auf diesem Wege gefunden werden

SimpleWash bietet zwei Einstellungen: Zum einen ist es möglich, nach einem vorgefertigten Set von Wörtern zu suchen. Da dies außerhalb des englischsprachigen Raums wenig sinnvoll ist – und sicher nicht für jeden die selben Kriterien gelten, ab wann etwas als peinlich anzusehen ist – können zum anderen Suchbegriffe manuell definiert werden. Im Prinzip handelt es sich bei SimpleWash also um eine einfach zu bedienende Profilsuche, mit der beliebige Inhalte mit Hilfe von Schlüsselbegriffen aufgespürt werden. Die Applikation ist kostenlos und verlangt lediglich nach einem Zugang auf die eigenen Pinnwand-Kommentare.

Also liebe Leute, zu euerm eigenen Besten – testet es. Der eine oder andere wird erstaunt sein, was man so nichtsahnend schon alles gepostet hat!

Zensur in Kinderbüchern

Veröffentlicht: 1. Februar 2013 in Kinder, Recht und Ordnung
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Rassismus in Kinderbüchern oder: Was uns der Dichter eigentlich nicht sagen wollte

Antirealistisch "für niemand*" - "gegen" moralische Gewalt. Minderheitenprogramme zwischen Nischen und Mainstream

Sondern verleugnet die eigene Vergangenheit. Kulturelle Geschichtsklitterung par excellence, dieser Revisionismus: oder weshalb sollten Kindern die rassistischen Werke ihrer Eltern und Großeltern überhaupt zugemutet werden?
Welche Tradition soll da trotzdem aufrecht erhalten bleiben. Und wieso? Gäbe es denn auch nicht genügend andere zeitgenössische Medien? Was soll eine Selektion von Inhalten welche zur Gänze nicht geeignet sind? Weshalb wird diese Literatur angeleitet trotzdem für geeignet gehalten?

Wenn eine Astrid Lindgren jetzt doch zur Rassistin geworden ist.
Die männlichen Schlümpfe sind schließlich noch zusätzlich Kommunisten.
Papa Schlumpf gar ein Wiedergänger von Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili! Nicht einmal Wladimir Iljitsch Uljanow, Donny… Sondern eben noch viel schlimmer.

Wieso überhaupt noch Lindgren lesen? Ihre polizeikritischen Implikationen könnten schließlich auch finale Rettungsschüsse in Frage stellen. Oder Filme anschauen wo andere doch nur verunglimpft werden. Ebenso ganze Berufsgruppen gar: ein Josef Meinrad macht im ersten „Sissi“-Film schließlich auch keine besonders gute Figur. Und dem war…

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