Mit ‘Entwicklung’ getaggte Beiträge

Hier mal ein Auszug aus einer der führenden deutschen Marketinglexika zur Definition: Marketing ist nach Kotler und Bliemel „ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erstellen, anbieten und miteinander austauschen.“ [1]

Wenn man jetzt versucht, diese Definition auf Kinder anzuwenden, fällt schnell auf, dass Kinder eher selten in der Lage sind etwas zu erstellen oder anzubieten. Marketing heißt aber auch, dass Personen auf Märkten tätig sind und so dafür sorgen, dass durch Tauschvorgänge die Zufriedenheit aller Tauschpartner steigt. Beim Kindermarketing sind diese Tauschvorgänge so ausgestaltet, dass einer der Tauschpartner ein Unternehmen/ Anbieter ist und der andere Tauschpartner ein Kind/ dessen Erziehungsberechtigter.

Die Marketinginstrumente werden so eingesetzt, dass die lieben Kleinen speziell angesprochen werden und so bestimmte Wünsche und Bedürfnisse geweckt oder bestärkt werden sollen. Hierzu gehört der Einsatz der klassischen Bereiche (die gerne auf -politik enden): Produkt- und Programm-, Preis- und Kondition-, Kommunikations- und schließlich die Distributionspolitik. [2] Heute kommen noch die Möglichkeiten des Onlinemarketings dazu. Dem werde ich mich aber erst widmen, wenn ich das bereits zusammen getragene aufbereitet und online gestellt habe.

Das Interesse an Kindern als Konsumenten begann in den 60’er Jahren in den USA. Damals waren es nur einige wenige wie zum Beispiel James McNeal, die das Potenzial der kleinen Konsumenten sahen. Sie begannen damit, Kinder als eine eigenständige Zielgruppe zu identifizieren und deren Wünsche wahr zu nehmen. Zu dieser Zeit waren die wirtschaftlichen Folgen des 2. Weltkrieges weitgehend beseitigt und Eltern konnten sich auch wieder der Erfüllung dieser Wünsche widmen. Seitdem haben die Kaufkraft und das Konsumpotenzial der Kinder stetig zugenommen.

entnommen aus der KidsVerbraucherAnalyse 2008

entnommen aus der KidsVerbraucherAnalyse 2008

Heute stehen Kindern in Deutschland monatlich etwa 23 € zu ihrer freien Verfügung, wobei den 6- bis 9-Jährigen ungefähr 14 € zur Verfügung stehen und den 10- bis 13-Jährigen im Schnitt 32,5 €. Das hat sich seit 2010 auch nicht großartig geändert. Nur das Sparguthaben ist gestiegen.

Literatur hierzu findest du unter den folgenden Quellen:

  1. Kotler, Bliemel (2001), S. 12 und auch S. 24.
  2. Poth, Poth und Pradel (2008), S. 253.
  3. Zur Entwicklung siehe McNeal (1999), S. 13 und S. 17.
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Entwicklung von Kindern

Veröffentlicht: 22. November 2012 in Grundlagen, Kinder
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In der Theorie verhalten sich Individuen häufig optimal, sie sind sogenannte Homines oeconomici. [1]  In der Wirklichkeit muss ein solches Verhalten erst erlernt werden. Die kindliche Entwicklung ist da von so einigen Einflussfaktoren geprägt. Hier stehen die Eltern in der Pflicht, eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung zu ermöglichen. Durch sie sind die Grundbedürfnisse ihrer Kinder sicher zu stellen.
Gerade im Bereich des Medienkonsums ist es jedoch nicht so einfach, sein Kind zu beschützen. Entsprechende Einschränkungen oder gar Verbote sieht es als Bestrafung an. Ein Kind versteht nur schwer, dass es den Eltern nicht darum geht, es zu verärgern oder Macht zu demonstrieren, sondern dass ihnen lediglich das geistige Wohl des eigenen Kindes am Herzen liegt.

Formen der Entwicklung sind:

  1. Psychologische bzw. kognitive Entwicklung: hierunter versteht man die Entwicklung von geistigen Funktionen, die dem Erkennen und Erfassen von Gegenständen und Personen dienen. [2] Dazu gehören zum Beispiel die Intelligenz, das Denken, die Wahrnehmung und das Gedächtnis.
  2. Neurologische Entwicklung: Im Laufe der neurologischen Entwicklung eines Kindes werden neurologische Verbindungen im Gehirn (Synapsen) angelegt. Diese werden auch als Gedächtnisspuren bezeichnet.  Je öfter sich eine Situation bzw. ein Gedankengang wiederholt, umso tiefer wird die zugehörige Gedächtnisspur und umso länger bleiben die Informationen im Gedächtnis gespeichert. Außerdem entstehen bei sich ähnelnden Gedankengängen auch Verbindungen zu anderen Nervenzellen. Die Außenwelt kann zunehmend „neuronal repräsentiert“ werden.  Neuronale Netzwerke wachsen und verflechten sich immer weiter, wodurch das Gehirn eines Erwachsenen schließlich schnell und effektiv arbeiten kann. Jeder Mensch bildet aber eine ganz eigene Struktur innerhalb dieser Netzwerke. Bei Klavierspielern sind zum Beispiel bestimmte Teile des Gehirns ausgeprägter als bei Menschen, die das nicht können. Der Grund dafür liegt in den semantischen Netzwerken, die sich im Laufe des Lebens beim Spielen gebildet haben. Dieses Areal des Gehirns wurde trainiert und ist als Folge dessen ähnlich wie Muskelmasse gewachsen.

Entwicklung des Markenbewusstseins und der Markenpräferenz

Befragung bei 50 Kindern von 3-4 Jahren

Befragung bei 50 Kindern von 3-4 Jahren

Kinder entwickeln sich oft schneller, als es sich ihre Eltern vorstellen können. Zweijährige Kleinkinder sind sich durchaus schon darüber bewusst, welche Süßigkeit sie am liebsten haben wollen. [3] Mit ihrem hervorragenden Bildgedächtnis prägen sie sich Symbole, Formen und Farben sofort ein und sind auch beim nächsten Einkauf in der Lage, das Eingeprägte abzurufen. Ab dem Zeitpunkt, wo ein Kind eine Marke wieder erkennen kann, ist die Entwicklung der Präferenz für diese Marke und damit die (Marken-)Bindung zu ihr möglich. Wenn die Markenpräferenz erreicht ist, bedeutet das, dass das Kind genau diese Marke beim nächsten Einkauf wiedererkennen und auch haben möchte.
Untersuchungen zeigen, dass bereits die Hälfte der Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren die Verbindung zwischen einem Logo und der dahinter stehenden Produktart kennt.  Es erkennen sogar fast 70 Prozent der befragten Kinder das Milka – Logo und die meisten (62 Prozent) wissen auch, dass es sich hierbei um Schokolade handelt. An den dazugehörigen Namen können sich aber nur 16 Prozent der Kinder erinnern. Das zeigt, dass Verknüpfungen zwischen Logo und Markennamen erst ab Vollendung des 4. Lebensjahres beginnen.

Bis zu einem Alter von ungefähr 8 Jahren werden Präferenzen für eine Marke ausschließlich durch die äußere Gestalt der Produkte bestimmt. Erst dann entwickelt sich das Bewusstsein dafür, was eine Marke repräsentiert, nämlich ein bestimmtes Image, einen Life – Style.  Dann interessiert es auch, wie die Marke im sozialen Umfeld, der Clique oder der Klasse angenommen wird und ab dann sind Kinder auch empfänglich für sozialen Druck.

Literatur hierzu findest du unter:
[1] Effertz (2008), S. 255 und 258.
[2] Goswami (2001), S. 338.
[3] Dammler; Barlovic; Melzer (2000), S. 105 -109.