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Die Flut der Medien ist kaum noch zu bewältigen – für Eltern wie für Kinder

Durch die weltweite, mediale Vernetzung von Millionen von Menschen ist eine echte, direkte Kommunikation mit anderen nicht mehr notwendig. Unsere Kids können der realen Welt mit ihren lebendigen Beziehungen ganz einfach entfliehen und müssen sich darin gar nicht mehr zwingend zurechtfinden. Es herrschen beste Voraussetzungen, um in die virtuelle Welt einzutauchen und dort eben auch einen Großteil seiner Zeit, also des noch jungen Lebens zu verbringen. Kinder vereinsamen und isolieren sich von der Außenwelt, teilweise sogar ganz bewusst, sei es aufgrund von Problemen wie Übergewicht oder einfach, weil zocken „in“ ist. In der virtuellen Welt sind sie ohne Gesicht und ohne das direkte Gegenüber ganz einfach ungehemmter. Und das macht Spaß!

Das wohl größte Suchtpotenzial bilden Konsolen-, Internet- und Computerspiele wie zum Beispiel „World of Warcraft“ (WoW). Dieses Spiel wird im Fernsehen von Testimonials wie den Fantastischen Vier oder Mr. T als „cool“ beworben (gut, die Spots sind schon etwas her). Gleichzeitig hat dieses Spiel einen zweifelhaften Ruf, der ihm weltweit große Aufmerksamkeit zuteil werden lässt: Es ist nicht nur zeit- und geldaufwändig, sondern es macht süchtig. Über kaum ein Spiel wird mehr diskutiert, auch wenn es sich hierbei nicht einmal um eins der sogenannten  Killerspiele handelt. Jeder WoW-Spot zeigt die eben genannten Stars und ihre virtuellen Ichs beim Spiel. Am Ende eines jeden Spots wird die Frage gestellt: „Was spielst du?“ Ein Kind, das hierfür empfänglich ist, soll sich fragen: Ja, was spiele ich denn eigentlich?? Aber auch Online-Portale wie Facebook werden von Schulkindern gern genutzt, um eben auch nachmittags in Kontakt mit den Klassenkameraden und Freunden zu bleiben. Leider können Eltern hier oft nicht mit reden, weil sie kaum oder gar keine Medienkompetenz besitzen :(

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Welche Kinder sind besonders gefährdet und warum? Die Medienbindung ist bei vielen Kindern ausgeprägt. Sie sehen (fast) alle gern fern und sie spielen genau so gern mit Computern und Konsolen oder surfen im Netz, aber nicht jedes davon entwickelt sich zu einem Süchtigen. Sind es vielleicht die Eltern oder die heutige Gesellschaft, die ihre Kinder zu sehr vor Problemen und Fehlern schützen will?Liegt es an der alögegenwärtigkeit der Technik?

Es gibt Kids, bei denen ganz klar auffällt, dass sie prädestiniert zum übermäßigen Medienkonsum sind. Wenn hier zusätzlich keine Grenzen gesetzt werden, verschlimmert sich die anfängliche Auffälligkeit durch die sich „gegenseitig verstärkende Erlebens- und Verhaltensschleife“:  Durch ihr suchtgeprägtes, bereits auffälliges Verhalten sind sie anderen Kindern gegenüber gereizt und aggressiv. Verhalten die anderen sich nicht so, wie das auffällige Kind es sich wünscht nicht, wird geschrien und gehauen. Dadurch gehen bestehende Beziehungen zu Klassenkameraden in die Brüche und die einzige Beschäftigung, die noch bleibt, ist der Medienkonsum.

Nach Schulte-Markwort betrifft das vor allem Kinder, die zum Beispiel auffällig verwahrlost, unsicher oder auch kontaktscheu sind….Hä? Eine derartige Generalisierung ist gerade bei der Prävention absolut nicht hilfreich. Die Medien-Initiative „Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht“ hat diesbezüglich die „10 goldenen Regeln für Eltern“ entwickelt. Mit Hilfe dieser Regeln können Eltern aktiv Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder nehmen und so verhindern, dass aus dem Suchtpotenzial ein Suchtverhalten entsteht. Einige dieser recht hilfreichen Regeln sind:

  • Vereinbart mit eurem Kind klare Regeln und Zeiten zur Computernutzung. Achtet bitte auch auf die Einhaltung dieser Abmachung (!!!!)
  • Beobachtet, mit wem, wo und wie oft Ihr Kind Computerspiele nutzt!
  • Nutzt den Computer nicht als Belohnungs- oder Bestrafungsmittel und missbraucht ihn v.a. nicht als Babysitter!

Es wird deutlich, worin die Probleme liegen und wie leicht Eltern Fehler machen können. Die Folgen ihres Handelns sind oft weitreichend und nur unter großen Anstrengungen zu korrigieren. Computersüchtige Kinder sind nur schwer in der Lage, normal außerhalb des Computerspiels zu leben und zu denken. Wie auch bei jeder anderen Sucht fallen die schulischen Leistungen ab und Auseinandersetzungen mit anderen Kindern können nur noch durch aggressives Verhalten bewältigt werden. Pubertierende Kinder gehen wichtigen Entwicklungsaufgaben aus dem Weg und sind bei dem späteren Übergang in das erwachsene Leben überfordert.

Das große Problem hierbei ist, dass man Computersüchtige nicht unbedingt erkennt. Drogenabhängige fallen dadurch auf, dass sie herumtorkeln, stehlen und „asozial durchhängen“. Diese Art der psychischen Abhängigkeit ist empirisch umfassend belegt und erforscht. Zur Ermittlung der Dunkelziffer der computersüchtigen Kinder sind jedoch aufwändige Erhebungen notwendig. Solange aber die Aufmerksamkeit und das Interesse dafür bei den Eltern, der Regierung und den Schulen fehlt, wird die Anzahl der Mediensüchtigen Kinder auch nicht zurückgehen.

Daher möchte ich allen Eltern den Titel der eben erwähnten Initiative noch einmal ans Herz legen: SCHAU HIN, WAS DEIN KIND MACHT!

Eure Jane

Kinder und Mediennutzung

Veröffentlicht: 28. Mai 2013 in Dies und das, Kinder
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Sollten Kinder fernsehen, bis „der Arzt kommt“?

Zunächst einmal sei gesagt, dass die Nutzung von Medien grundlegend durch das Nettoeinkommen im Haushalt bestimmt wird. Wer weniger Geld hat, kann seinem Kind nun mal nicht die Playstation Portable + IPad kaufen (das wäre auch nicht gerade im Sinne eines Kindes, das Beispiel dient hier lediglich der Veranschaulichung). Natürlich ist es heutzutage so, dass fast alle Haushalte (> 90 %) mit einem Fernsehgerät, Handy, Festnetz-Telefon, Radio und CD/MP3-Player ausgestattet sind. Jedes zweite Kind hierzulande hat ein Handy und mehr als ein drittel besitzt einen eigenem MP3-Player.

Die Nutzung der einzelnen Medien hängt aber von mehreren Faktoren ab. Einen Faktor bildet das Medium selbst. Hier geht es darum, ob es sich zum Beispiel um das Fernsehen oder eine Zeitschrift handelt. Ein anderer Faktor ist die Jahreszeit. An einem Wintertag sehen Kinder ganz klar mehr fern als im Sommer. Auch der Wochentag ist ein Faktor, denn Sonntags ist die Computernutzung nicht nur bei Kindern mehr als doppelt so hoch wie an den Werktagen. Das dürfte jeder, der sich am Wochenende im Netz aufgehalten hat, schon einmal gespürt haben :)

Medien wie Radio oder Bücher haben einen relativ geringen Stellenwert bei Kindern. Der Kindle könnte da abhilfe schaffen, aber Lesen ist nun mal relativ unpopulär bei den Kids. Es gibt nur einige wenige Kinderbücher, wie Harry Potter, die gern von Kindern gelesen werden und auch einen entsprechenden Stellenwert beitzen. Bei der Nutzung von Computern und Computerspielen und auch beim Fernsehen sieht es anders aus. Letztendlich ist aber das Fernsehen das Medium, dass Kinder am liebsten nutzen. Der Fernseher ist einfach zu bedienen und rödelt fröhlich stundenlang vor sich hin. Wenn man sich nicht betätigen will, bietet fernsehen die beste Alternative.

Wenn es um die Folgen des übermäßigen Fernsehens geht, stellen sich Eltern die immer gleichen Fragen: Wie viel fernsehen und speziell Werbung kann mein Kind verstehen und verarbeiten? Wie nimmt es Werbung überhaupt wahr und erkennt es vielleicht sogar Manipulationsversuche? Viele Eltern würden ihre Kinder wahrscheinlich nicht der Werbung aussetzen wollen….Um das zu ermöglichen, müssten sie aber entweder ausschließlich mit ihren Kindern zusammen fernsehen oder das Fernsehen ganz aus dem Alltag entfernen!

Inwieweit das Erstere durchsetzbar ist, weiß jeder selbst. Die sinnvolle Selektion des Programms auf kinderfreundliche und pädagogisch wertvolle Angebote ist eine mühselige und zeitaufwendige Angelegenheit. Daher wählen einige Eltern die Methode des totalen Ausschlusses. Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) stellt diesbezüglich klar, dass der pädagogische Ansatz der „Vermittlung von Medienkompetenz“ der bessere Weg für die jungen Konsumenten ist. Kinder sollten sich demnach aktiv mit der Werbung auseinander setzen, denn nur so lernen sie frühzeitig den kompetenten Umgang damit. Auch das Jugendamt ist der Meinung, dass dieser Ausschluss einem Kind mehr schadet als Nutzen bringt. Kommen wir mal zu den Folgen, die so ein Ausschluss mit sich bringt:

  • das Kind hat keine Möglichkeit, um den Umgang mit Gerät und Programm zu erlernen,
  • es kommt zu Aggressionen gegen die Eltern, weil „die verbieten, was sie selbst gerne tun“,
  • es wird von seinem sozialen Umfeld isoliert,
  • es wird unkontrolliert bei anderen ferngesehen.

Deshalb sollten Eltern ihren Kindern stets einen altersgerechten Mix aus medialen und nichtmedialen Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten.  Das mag in der Umsetzung anstrengend sein, aber das eine oder andere Extrem ist sicherlich beides gleich schlecht für die geistige Entwicklung unserer Kinder. Weitere Infos und Literatur dazu findet ihr überigens unter Ratgeber.

In diesem Sinne,
Eure Jane

Carpe Diem Camp in Hamburg

Veröffentlicht: 6. Mai 2013 in Dies und das

Für alle, die Carpe Diem leben!

JaneS Marketing

408037_450107505074211_210712364_nAm 01. und 02. Juni ist es soweit – das erste Carpe Diem (Bar-)Camp Hamburgs findet statt. Die Sessionplanung ist in der heißen Phase und auch ich werde teilnehmen! Ich freue mich schon darauf und hoffe auf viele interessante Sessions in netter Atmosphäre :)

Wer nicht so richtig weiß, was mit dem Begriff Barcamp gemeint ist, der kann sich auf der Website des carpediemcamp informieren.

Alle weiteren Infos findet ihr unter http://carpediemcamp.de

Zur Facebook-Veranstaltung geht es unter https://www.facebook.com/events/459127370841912/

Ich freue mich auf euch!

Eure  Jane

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Ein schönen ersten Mai erstmal! Ich hoffe, ihr habt den Tag alle genießen können :)

Ich bin gerade zufällig über einen weiteren Beitrag zum Thema Medienkompetenz gestoßen. Wieder im Zusammenhabng mit der Social Media Week, wo ich schon einmal im Beitrag Kinder. Social Media. Verantwortung berichtet habe. Hier geht es jetzt aber um das Panel “Netzgemüse”, wo ebenfalls über Themen wie die Internetnutzung von Kindern gesprochen wurde.

Lange Rede kurzer Sinn ;) Hier geht es zum Beitrag von pusteblumemedia.

Bis bald,
Eure Jane

evian-roller-babyJeder kennt sie, die Roller Babies von Evian. Das Konzept ist denkbar simpel: Babies, die unglaublich beweglich sind und Stunts machen, die manch Erwachsener nicht hinbekommt.Und dabei sind sie auch noch so süüüüß anzusehen!

Inzwischen wurde der Spot bei YouTube ganze 65 Millionen mal angeklickt. Warum sollte man also auf Altbewährtes verzichten? Das dachte sich wohl auch die Marketingabteilung von Evian selbst und hat wieder einen vom Konzept her sehr ähnlichen Spot heraus gebracht. Das Ergebnis kann sich natürlich auch dieses mal sehen lassen.

Diese Bewegungen, die die Knirpse da so machen, sind einfach zauberhaft und zwingen einen automatisch zum Schmunzeln. Mit aufwendigster Technik wurden hier hunderte von Babies gecastet und dann in den verschiedensten Posen gehalten und fotografiert. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. Das Video ist jetzt seit dem 19. April online und wurde inzwischen schon sage und schreibe 29 Millionen mal angeklickt. Damit ist das das viralste video des Jahres. Wir dürfen gespannt sein, ob es den Roller-Babies Spot schlägt.

Lange Rede kurzer Sinn: Überzeugt euch einfach selbst! Ich find’s klasse :)

10 Things I Miss About Life Before Kids (Or Maybe Nine)

Veröffentlicht: 19. April 2013 in Dies und das, Kinder
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Sehr schöner Beitrag, lässt einen schmunzeln! In diesem Sinne wünscht KinderundWerbung schon mal allen ein wuuuuunderschönes Frühlingswochenende :)

4 Mothers

female-832266_64010.  My breasts.  Victoria Secret would never have come knocking, but I liked them.

9.  Jumping on trampolines.  Okay, I never did that much of this, but I miss taking for granted that my internal machinery could handle this.  I tried joining my son on a trampoline after having two kids, and it was not. a. good. idea.

8.  Saying „Sure, I’d love to go for a drink after work.“  The unbridled freedom of it.

7.  Actually drinking said drink.  I’m on a self-imposed abstinence from alcohol while pregnant and nursing, which means I have been bone dry for five years.  Want to come over and watch me crawl under the table after my first two post-children glasses of wine?

6.  The invisible protective layer that Nathalie once commented about.  The one that made it possible to listen to the news and country songs with a dry eye.

5.  Sleep…

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pinkstinks_logoPinkstinks – so lautet der Name einer Kampagne, mit der auf Werbung aufmerksam gemacht werden soll, die Mädchen in limitierende Geschlechterrollen drückt. Pink stinkt! Mit dieser Botschaft wird gegen Sexismus in der Außenwerbung gekämpft, denn Kinder und Jugendliche werden heutzutage massiv von der Werbewirtschaft und TV-Shows unter Druck gesetzt. Hinzu kommt diese merkwürdige Erscheinung, dass es scheinbar alle witzig finden, wenn Frauen in Spots als dumm dargestellt oder nur auf ihr äußeres reduziert werden. Hierzu gibt es einen sehenswerten Clip auf der Pinkstinks.de Startseite:


Sendungen wie Germanys Next Topmodel verstärken den Tenor des ganzen unglaublich, sodass Mädchen heute vielfach Models werden wollen. Sie sind geblendet von der massiven, aber nur kurz andauernden Aufmerksamkeit, die den Mädchen in GNTM zukommt. Wer die Sendung nur etwas hinterfragt, stößt jedoch schnell auf Kritik. „Sie laufen wieder – ins Leere“ ist der Titel des Stern-Beitrags zum Start der aktuellen Staffel. Dort heißt es unter anderem, dass von den Kandidatinnen in dieser Staffel keine ein Topmodel wird. Die neue Aufmachung sollte wohl eigentlich persönlicher werden, Heidi ist nun wieder ständig mit den Mädels unterwegs und nicht via Bildschirm vom anderen Ende der Welt zugeschaltet. Auch die Massencastings zu Beginn einer jeden Staffel fielen komplett weg. Trotzdem bleibt die Sendung das, was sie vorher auch schon war: Eine Bereicherung für die Macher, die Designer und Fotografen, die dort auftreten. Sicher haben die Mädchen eine schöne Zeit, Geld sehen sie aber kaum. Und interessieren tut sich auch niemand wirklich für die sie, wenn erst einmal alles vorbei ist.

Traurige Folge des Ideals, das hier vertmittelt wird: Das Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit der Mädchen nimmt rapide ab. Viele finden sich heute zu dick, hässlich und sind einfach unzufrieden. Der Aufklärungsbedarf, der hier besteht, ist kaum zu bewältigen. Carolin Kebekus ist eine, die es wenigstens versucht. Sie nutzt ihren Status, um mit Sätzen wie „Heidi Klum sagt im Fernsehen, wir wären zu fett, doch Männer lieben Weiber mit’nem Arsch im Bett“ [aus ihrem Album Ghetto-Kabarett – sehr zu empfehlen!] aufzurütteln.

Zurück zu Pinkstinks: Auf der Website http://pinkstinks.de/ könnt ihr euch über die Kampagne informieren, die Petition „Gegen sexuelle Verfügbarkeit in der Außenwerbung: Kinderschutz jetzt!“ unterzeichnen uvm. Und für alle, die sich am 01. September in und um Berlin aufhalten, empfehle ich die von Pinkstinks organisierte Demo!!