Archiv für die Kategorie ‘Recht und Ordnung’

Nach einer doch etwas ausgiebigeren Sommerpause hier im Blog möchte ich heute etwas über die Aktion „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“ von der Techniker Krankenkasse schreiben. Ich war (zugegeben schon vor ein paar Wochen) neulich mal wieder bei der Techniker Krankenkasse und habe mit Jürgen Naujoks über dieses Projekt gesprochen.

Ich muss sagen, es war beeindruckend. Die TK ist mit damit in fast allen Bundesländern in den Schulen präsent, allein in Hamburg sind es über 700! Die Lehrer werden mit dem sogenannten Mobbingkoffer ausgerüstet, in dem alle wichtigen Materialien untergebracht sind. Zusätzlich bekommen sie eine Schulung, dessen Inhalt sie dann auch wieder anderen Lehrern beibringen können (Multiplikatorschulung).

Der Inhalt des Mobbingkoffers

Hierzu gehören:

1. Ein Handbuch zur Projektwoche, in dem die einzelnen Sessions der kompletten Projektwoche enthalten und vorbereitet sind

2. Dann sind dort auch noch zwei DVDs drin:

-> Auf der ersten DVD wird den Kindern gezeigt, was Mobbing bedeutet und welche Folgen es haben kann. Außerdem ist noch Coachingmaterial für die Lehrer mit drauf.

-> Auf der zeiten DVD sind Beispiele aus der Schulpraxis für die Eltern. Mit diesem Film soll eine Grundlage für ein Gespräch auf einem Eltertreffen geschaffen werden.

3. Ein Anti-Mobbing-Spickzettel für die Lehrer. Den Namen habe ich mir nicht ausgedacht und auch das „Haus vom Nikolaus“ habe ich nicht auf den Spickzettel gemalt! Ist aber eine tolle Idee und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Spickzettel die Lehrer in der Projektwoche sehr gut unterstützt hat :)

Der Lehrer-Spickzettel

4. Was nicht fehlen darf, sind natürlich die Info-Materialien für Eltern. Aktiver Schutz kann nur funktionieren, wenn hier alle zusammen arbeiten.

Zusätzlich habe ich vom Herrn Naujoks noch ein neues Modul für den überarbeiteten Koffer bekommen. Hierbei geht es um ein sehr wichtiges Zusatzmodul: Das Thema Cybermobbing. Aktueller denn je, mit einem immensen Gefahrenpotenzial und für Eltern nur schwer zu überblicken. Hierzu werde ich euch natürlich noch ausführllicher berichten.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion nicht von der Techniker allein, sondern auch vom Landesinstitut für Schulentwicklung und Lehrerbildung (Hamburg) und für das Cybermobbing-Modul hinzugekommen ist Klicksafe.de, über die ich auch schon öfters berichtet habe.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr, falls euer Kind an dem Projekt schon einmal teilgenommen hat, eure Erfahrungen damit berichten würdet. Das muss nicht hier öffentlich im Blog sein. Ihr könnt mir auch gern direkt schreiben! Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!

Eure Jane

Hier kommen die 5 Regeln, mit denen man für das Mindestmaß an Sicherheit für seine Kinder sorgen sollte. Für diejenigen, die mit Englisch so Ihre Schwierigkeiten haben, gibt es unten die Übersetzung der Infografik!

5 golden Rules for Parents

Hiermit soll es für Eltern leichter sein, ihre Kinder an Social media teilhaben zu lassen und trotzdem sicher unterwegs zu sein

1. Zeig mir, was du dir ansiehst!
Bitte dein Kind darum, dir zu zeigen, was es sich für Seiten ansieht. Zeige Interesse an den Seiten, die dein Kind sich ansieht und vor allem: Merke Sie dir, damit du sie später auf Sicherheitsaspekte hin durch checken kannst. Finde heraus, wie die Sicherheitseinstellungen dort sind und wie man anstößiges melden kann.

„46 % aller Elten (UK) geben zu, dass ihre Kinder mehr vom Internet und Social Media verstehen als sie selbst!“

2. Privatsphäreeinstellungen überprüfen!
Da Kinder Social Media nutzen, um alles, was sie tun, zu teilen, (viiieele Kommas) kann das Ändern des Profils auf „privat“ sehr sinnvoll sein. So kann man sie davor schützen, dass private Fotos, persönliche Informationen oder der momentane Standort in die falschen Hände gerät.

„80 % der 12-15 Jährigen in GB sind aktives Mitglied in einem Sozialen Netzwerk und haben (natürlich) dort auch ein Profil.“

3. Frag einfach! 
Hilf deinem Kind zu verstehen, dass es Fake-Profile gibt und Menschen über ihre Identität lügen und darüber, wer sie sind. Erkläre, dass es nur mit anderen befreundet sein sollte, wenn es die Person wirklich kennt und ihr vertraut – in der realen Welt!

„35% der Kids werden beim Surfen gar nicht überwacht!“

4. Foto-Check!
Gute Idee, wie ich finde: Erkläre deinem Kind, dass es dort nur Fotos veröffentlicht, die es dir sofort zeigen würde. (Wirklich sehr gut, da in dem Moment sofort der „is mir peinlich“-Schalter umgelegt wird!) Checke außerdem, was es für Apps und Seiten nutzt, um diese zu teilen.

5. Sag deinem Kind, dass es mit dir reden kann, wenn sich über etwas Sorgen macht, dass gerade online geschieht!
Wenn du mit deinem Kind über seine Lieblingsseiten redest, über das Internet und die möglichen Risiken, dann reden es auch eher mit dir über Situationen, in denen es sich unwohl gefühlt hat und Inhalte, die es nicht sehen wollte!

Unten in der Grafik sind übrigens noch ein paar Links mit weiterführenden Infos enthalten! Originalquelle ist der Ofcom report in GB vom April 2013.

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Die Flut der Medien ist kaum noch zu bewältigen – für Eltern wie für Kinder

Durch die weltweite, mediale Vernetzung von Millionen von Menschen ist eine echte, direkte Kommunikation mit anderen nicht mehr notwendig. Unsere Kids können der realen Welt mit ihren lebendigen Beziehungen ganz einfach entfliehen und müssen sich darin gar nicht mehr zwingend zurechtfinden. Es herrschen beste Voraussetzungen, um in die virtuelle Welt einzutauchen und dort eben auch einen Großteil seiner Zeit, also des noch jungen Lebens zu verbringen. Kinder vereinsamen und isolieren sich von der Außenwelt, teilweise sogar ganz bewusst, sei es aufgrund von Problemen wie Übergewicht oder einfach, weil zocken „in“ ist. In der virtuellen Welt sind sie ohne Gesicht und ohne das direkte Gegenüber ganz einfach ungehemmter. Und das macht Spaß!

Das wohl größte Suchtpotenzial bilden Konsolen-, Internet- und Computerspiele wie zum Beispiel „World of Warcraft“ (WoW). Dieses Spiel wird im Fernsehen von Testimonials wie den Fantastischen Vier oder Mr. T als „cool“ beworben (gut, die Spots sind schon etwas her). Gleichzeitig hat dieses Spiel einen zweifelhaften Ruf, der ihm weltweit große Aufmerksamkeit zuteil werden lässt: Es ist nicht nur zeit- und geldaufwändig, sondern es macht süchtig. Über kaum ein Spiel wird mehr diskutiert, auch wenn es sich hierbei nicht einmal um eins der sogenannten  Killerspiele handelt. Jeder WoW-Spot zeigt die eben genannten Stars und ihre virtuellen Ichs beim Spiel. Am Ende eines jeden Spots wird die Frage gestellt: „Was spielst du?“ Ein Kind, das hierfür empfänglich ist, soll sich fragen: Ja, was spiele ich denn eigentlich?? Aber auch Online-Portale wie Facebook werden von Schulkindern gern genutzt, um eben auch nachmittags in Kontakt mit den Klassenkameraden und Freunden zu bleiben. Leider können Eltern hier oft nicht mit reden, weil sie kaum oder gar keine Medienkompetenz besitzen :(

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Welche Kinder sind besonders gefährdet und warum? Die Medienbindung ist bei vielen Kindern ausgeprägt. Sie sehen (fast) alle gern fern und sie spielen genau so gern mit Computern und Konsolen oder surfen im Netz, aber nicht jedes davon entwickelt sich zu einem Süchtigen. Sind es vielleicht die Eltern oder die heutige Gesellschaft, die ihre Kinder zu sehr vor Problemen und Fehlern schützen will?Liegt es an der alögegenwärtigkeit der Technik?

Es gibt Kids, bei denen ganz klar auffällt, dass sie prädestiniert zum übermäßigen Medienkonsum sind. Wenn hier zusätzlich keine Grenzen gesetzt werden, verschlimmert sich die anfängliche Auffälligkeit durch die sich „gegenseitig verstärkende Erlebens- und Verhaltensschleife“:  Durch ihr suchtgeprägtes, bereits auffälliges Verhalten sind sie anderen Kindern gegenüber gereizt und aggressiv. Verhalten die anderen sich nicht so, wie das auffällige Kind es sich wünscht nicht, wird geschrien und gehauen. Dadurch gehen bestehende Beziehungen zu Klassenkameraden in die Brüche und die einzige Beschäftigung, die noch bleibt, ist der Medienkonsum.

Nach Schulte-Markwort betrifft das vor allem Kinder, die zum Beispiel auffällig verwahrlost, unsicher oder auch kontaktscheu sind….Hä? Eine derartige Generalisierung ist gerade bei der Prävention absolut nicht hilfreich. Die Medien-Initiative „Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht“ hat diesbezüglich die „10 goldenen Regeln für Eltern“ entwickelt. Mit Hilfe dieser Regeln können Eltern aktiv Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder nehmen und so verhindern, dass aus dem Suchtpotenzial ein Suchtverhalten entsteht. Einige dieser recht hilfreichen Regeln sind:

  • Vereinbart mit eurem Kind klare Regeln und Zeiten zur Computernutzung. Achtet bitte auch auf die Einhaltung dieser Abmachung (!!!!)
  • Beobachtet, mit wem, wo und wie oft Ihr Kind Computerspiele nutzt!
  • Nutzt den Computer nicht als Belohnungs- oder Bestrafungsmittel und missbraucht ihn v.a. nicht als Babysitter!

Es wird deutlich, worin die Probleme liegen und wie leicht Eltern Fehler machen können. Die Folgen ihres Handelns sind oft weitreichend und nur unter großen Anstrengungen zu korrigieren. Computersüchtige Kinder sind nur schwer in der Lage, normal außerhalb des Computerspiels zu leben und zu denken. Wie auch bei jeder anderen Sucht fallen die schulischen Leistungen ab und Auseinandersetzungen mit anderen Kindern können nur noch durch aggressives Verhalten bewältigt werden. Pubertierende Kinder gehen wichtigen Entwicklungsaufgaben aus dem Weg und sind bei dem späteren Übergang in das erwachsene Leben überfordert.

Das große Problem hierbei ist, dass man Computersüchtige nicht unbedingt erkennt. Drogenabhängige fallen dadurch auf, dass sie herumtorkeln, stehlen und „asozial durchhängen“. Diese Art der psychischen Abhängigkeit ist empirisch umfassend belegt und erforscht. Zur Ermittlung der Dunkelziffer der computersüchtigen Kinder sind jedoch aufwändige Erhebungen notwendig. Solange aber die Aufmerksamkeit und das Interesse dafür bei den Eltern, der Regierung und den Schulen fehlt, wird die Anzahl der Mediensüchtigen Kinder auch nicht zurückgehen.

Daher möchte ich allen Eltern den Titel der eben erwähnten Initiative noch einmal ans Herz legen: SCHAU HIN, WAS DEIN KIND MACHT!

Eure Jane

pinkstinks_logoPinkstinks – so lautet der Name einer Kampagne, mit der auf Werbung aufmerksam gemacht werden soll, die Mädchen in limitierende Geschlechterrollen drückt. Pink stinkt! Mit dieser Botschaft wird gegen Sexismus in der Außenwerbung gekämpft, denn Kinder und Jugendliche werden heutzutage massiv von der Werbewirtschaft und TV-Shows unter Druck gesetzt. Hinzu kommt diese merkwürdige Erscheinung, dass es scheinbar alle witzig finden, wenn Frauen in Spots als dumm dargestellt oder nur auf ihr äußeres reduziert werden. Hierzu gibt es einen sehenswerten Clip auf der Pinkstinks.de Startseite:


Sendungen wie Germanys Next Topmodel verstärken den Tenor des ganzen unglaublich, sodass Mädchen heute vielfach Models werden wollen. Sie sind geblendet von der massiven, aber nur kurz andauernden Aufmerksamkeit, die den Mädchen in GNTM zukommt. Wer die Sendung nur etwas hinterfragt, stößt jedoch schnell auf Kritik. „Sie laufen wieder – ins Leere“ ist der Titel des Stern-Beitrags zum Start der aktuellen Staffel. Dort heißt es unter anderem, dass von den Kandidatinnen in dieser Staffel keine ein Topmodel wird. Die neue Aufmachung sollte wohl eigentlich persönlicher werden, Heidi ist nun wieder ständig mit den Mädels unterwegs und nicht via Bildschirm vom anderen Ende der Welt zugeschaltet. Auch die Massencastings zu Beginn einer jeden Staffel fielen komplett weg. Trotzdem bleibt die Sendung das, was sie vorher auch schon war: Eine Bereicherung für die Macher, die Designer und Fotografen, die dort auftreten. Sicher haben die Mädchen eine schöne Zeit, Geld sehen sie aber kaum. Und interessieren tut sich auch niemand wirklich für die sie, wenn erst einmal alles vorbei ist.

Traurige Folge des Ideals, das hier vertmittelt wird: Das Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit der Mädchen nimmt rapide ab. Viele finden sich heute zu dick, hässlich und sind einfach unzufrieden. Der Aufklärungsbedarf, der hier besteht, ist kaum zu bewältigen. Carolin Kebekus ist eine, die es wenigstens versucht. Sie nutzt ihren Status, um mit Sätzen wie „Heidi Klum sagt im Fernsehen, wir wären zu fett, doch Männer lieben Weiber mit’nem Arsch im Bett“ [aus ihrem Album Ghetto-Kabarett – sehr zu empfehlen!] aufzurütteln.

Zurück zu Pinkstinks: Auf der Website http://pinkstinks.de/ könnt ihr euch über die Kampagne informieren, die Petition „Gegen sexuelle Verfügbarkeit in der Außenwerbung: Kinderschutz jetzt!“ unterzeichnen uvm. Und für alle, die sich am 01. September in und um Berlin aufhalten, empfehle ich die von Pinkstinks organisierte Demo!!

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Der Paragraphendschungel – sorgt stets für Verwirrung

Worauf sollte man bei Agenturen achten  und was bedeutet eigentlich „ Drehgenehmigungsfrei“?

Ich war mal wieder für euch unterwegs, diesmal ‚im Namen der Gerechtigkeit‘. Neben den Recherchen zur Sicherheit im Netz habe ich mich ausführlich über die Arbeit von seriösen Agenturen informiert. Hierfür habe ich u.a. mit Christiane Dreikauss von der New Talent Agentur gesprochen. Sie gab mir einige wertvolle Tips, die ich hier an euch weitergeben möchte. Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt so vieles, das zu berücksichtigen ist. Hier kommen nun also ein paar Infos darüber, worauf man achten sollte und was es mit dieser Drehgenehmigungsfreiheit auf sich hat.

Teil 1: Worauf sollte man bei Agenturen achten? Was ist dagegen nicht zu empfehlen?

Eine gute Agentur bietet Eltern ein umfassendes und informatives Agenturgespräch an und arbeitet mit ausgesuchten Darstellern und hat dementsprechend auch nicht Tausende Darsteller oder Models in ihrem Pool. Wenn eine Agentur fast jeden [für Geld] aufnimmt, kann man erahnen, dass eine gute, umfassende und individuelle Betreuung nicht gewährleistet werden kann. Eine seriöse Nachwuchsagentur ist  an schauspieltalentierten und vermittlungsfähigen Kindern und Jugendlichen interessiert. Die Agentur sollte also als erstes die Vermittlungschance für einen potenziellen Schützling einschätzen. Dafür müssen die Kinder vorsprechen oder vorspielen. Derartige Vorsprechen sollten jedoch kostenfrei sein, d.h. ohne Vorabgebühren wie z.B. Fotopflichtgebühren, Medienpauschalen oder Setkartenpflicht.

Aus Agentursicht ist das natürlich sehr lukrativ. Kurzum, es sollte der Arbeitseinsatz einer Agentur sein, neue und gute Talente zu finden und auch eine Auswahl zu treffen, wen sie betreuen und mit wem sie zusammen arbeiten. Also liebe Eltern, hier ist kritisches Hinterfragen durchaus angebracht. Mehr Informationen zu der rechtlichen korrekten Agenturprovision findet ihr weiter unten.

Was ist nun also nicht zu empfehlen?
Es gibt Agenturen, die herumreisen. Entweder von Stadt zu Stadt, Hotel zu Hotel, oder auch Indoorspielplätze und Einkaufszentren werden bereist. Solche Castings sind nur bedingt empfehlenswert. Dort wird oft  nur ein Foto gemacht und dafür wird dann Geld genommen.  Hier warnen die Verbraucherzentralen immer wieder. Kostenpflichtige Vorabgebühren wie z.B. Aufnahmegebühren; Fotopflichtgebühren o.ä. sind nicht zu empfehlen. Auch Internetagenturen sind grundsätzlich nicht zu empfehlen!

Manche Agenturen lassen sich nach einem erfolgreichen Besetzungsvorgang die Gage, welche eigentlich dem Darsteller zusteht, auf ihr Agentur-Konto von der Produktion überweisen. Das ist nicht üblich! Hier werden die Darsteller- Eltern bewusst unwissend gelassen und Auszahlung nicht korrekt oder auch zeitverzögert weiter gegeben. Gerade bei Werbefilmvermittlungen kommt es auch vor, das ein Spot oder eine Printwerbung verlängert vom Kunden gebucht wird, so das es noch bis 1-2 Jahren zu weiteren Auszahlungen, sogenannten Buyouts, kommen kann.

Achtet also darauf, dass die Gage, die euch bzw. euren Kindern zusteht, auch direkt auf Euer Konto überwiesen wird. Bei Unstimmigkeiten wendet euch nach einer Besetzung direkt an die zuständige Produktion.

Teil 2:Was bedeutet eigentlich „Drehgenehmigungsfrei“?

Die Grundlagen habe ich ja schon einmal unter Werbung mit Kindern aufgelistet. Kinder, die arbeiten sind je nach Alter an bestimmte rechtliche Vorgaben gebunden. Das wissen wohl sogar die Kleinsten. Was aber kaum jemand kennt, ist ein wichtiger, mir bis zu meinem Gespräch mit NewTalent ebenso unbekannter Begriff. Hierbei handelt es sich um die sogenannte Drehgenehmigungsfreiheit. Was eine Drehgenehmigung ist, kann man sich denken und auch, was Drehgenehmigungsfrei bedeuten könnte. Was das aber im Einzelnen wirklich heißt, ist aus den Gesetzen nicht zu ersehen.

Grundlage bildet hier das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), in dem die Arbeitszeiten festgelegt sind. Zur Wiederholung: Kind im Sinne des JArbSchG sind Kinder bis Ende 15. Lebensjahr und Jugendliche vom 16. – 18. Jahr. [Das wird dort immer etwas unsinnig beschrieben. Alles über 6 heißt zum Beispiel: alles ab 7!] Nun ist es so, dass Jugendliche, die 15 sind und die 9. Klasse noch nicht abgeschlossen haben, zur Gruppe der Kinder gezählt werden. Damit dürfen sie maximal bis 22 Uhr arbeiten und bis zu 3 Stunden täglich.

Drehgenehmigungsfrei sind nun die Jugendlichen ab Beginn des 16. Lebensjahres bzw. auch diejenigen, die die 9. Schulklasse absolviert haben. Das gilt zumindest für Hamburg, in anderen Bundesländern kann es auch die 10. Klasse sein! Das ist für TV-und Filmproduktionen in den Besetzungsvorgängen ein sehr wichtiges Kriterium und ausschlaggebend bei der Entscheidungsfindung. Bei der Arbeit mit einem Jugendlichen, der drehgenehmigungsfrei ist, sind die Vorschriften viel weniger straff und die Produktion ist nicht mehr an die rechtlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten mit Kindern gebunden. Sie dürfen mit den Jugendlichen ganze acht Stunden am Set arbeiten und am Abend bis 23:00 Uhr.

Kurzum, sie können mit dem jungen Darsteller viel länger arbeiten und sparen teure Drehtage! Verständlich, denn auch TV- und Filmproduktionen müssen sparen! Daraus resultierend suchen beauftragte Caster/innen für die zu besetzenden Kinderrollen schauspieltalentierte Jugendliche ab 16 Jahre, die eine erheblich jüngere Alterswirkung haben! Gut zu wissen: Nur wer 18 Jahre alt ist, darf Nachts ab 23:00 Uhr drehen! Wenigstens das ist mit Kindern und Jugendlichen grundsätzlich verboten!

Kinder, die noch nicht drehgenehmigungsfrei sind und die für eine Produktion (egal ob TV-, Film- oder Werbeproduktion) arbeiten, muss ein Antrag auf Bewilligung beim Amt für Arbeitsschutz gestellt werden, damit Kinder & Jugendliche bis 16 Jahre drehen dürfen. Hier müssen Erziehungsberechtigte, Arzt, Schule und das Jugendamt zustimmen. Der Antrag wird dann beim Amt für Arbeitsschutz eingereicht und idealerweise wird eine behördliche Bewilligung gegeben, die dann bei der Produktion vorgelegt werden muss. Liegt keine Bewilligung vor oder wird diese gefälscht, kann das rechtliche (und teuere) Konsequenzen haben.

Zusätzlich ist noch zu sagen, dass auch eine Nachwuchsagentur einer finanziellen Reglementierung unterliegt. Wird gegen diese Reglementierungen verstoßen, droht der Verlust des Provisionsanspruches und es besteht sogar das Risiko, das bereits geleistete Provisionen zurückgefordert werden. Auch mündliche Abreden und Vermittlungen sind unwirksam laut § 297 Abs. 1 SGBIII. Weitere Informationen findet ihr im Auszug „Agenturen Extra“ aus Cast – dem Schauspieler Magazin 2/2010. Nur bei Werbefilmvermittlungen, seien es Fotos oder auch Werbefilme gibt es sogar 20% Agenturprovision für die Agentur. Diese Agenturprovision bei Werbung bezahlt übrigens immer der Kunde, der den Spot beauftragt hat. Leider berechnen einige Agenturen diese Provision noch mal dem Darsteller, d.h. sie verdienen doppelt.

Fazit des Ganzen: Lasst euch grundsätzlich – egal ob Werbe- oder TV-Filmproduktionen – immer Verträge vor Drehbeginn von eurer Agentur aushändigen und prüft diese genau. Ihr müsst eure Rechte, aber auch eure Pflichten kennen. Ihr als Erziehungsberechtigte seid schließlich auch die, die in Haftung genommen werden, nicht die zu vermittelnde Agentur!

Die Pixi Bücher kennt man ja. Sie haben vielen Kindern und auch so manchem Elternteil schon bei der Beantwortung der einen oder anderen Frage geholfen. Sie enthalten Infos zu Themen, die für Kinder relevant sind und vermitteln diese in einer kindgerechten Aufmachung und Sprache. So wird zum Beispiel erklärt, wie man mit Haustieren umgeht („Der süßeste Hund von allen“), was zu tun it, wenn man Angst vor Wasser hat („Ist Vincent wasserscheu?“) oder was man macht, wenn einen ein Fremder anspricht oder gar fotografiert („Lena sagt Nein!“). Worauf ich heute aufmerksam machen möchte, ist „Sicher durchs Internet mit Ben und Lena“. Ein sehr schön geschriebenes kleines Heft, das ich auf der Social Media Week beim Vortrag Kinder. Social Media. Verantwortung mitnehmen konnte.

Ich habe heute erst wirklich die Ruhe gehabt, um mir das Büchlein durch zu lesen und den Beitrag zu schreiben. Nur das Lesen hat ungefähr eine Viertelstunde gedauert. Länger nicht! Mein Tip vorweg ist daher: Wenn du dieses Heft irgendwo siehst, nimm es mit! Diese 15 Minuten sollte jeder investieren, der sich um seinen Nachwuchs sorgt. Jedes Kind ist irgendwann soweit, die ersten Schritte im World Wide Web zu unternehmen. Die Medienkompetenz unserer Kinder liegt in unseren Händen und Wissen ist in diesem Bereich enrom wichtig! Die Klicksafe Werbung „Schützen Sie Ihre Kinder im Internet“ ist da sehr treffend…


Zurück zu Pixi:

Zunächst einmal wird hier erklärt, was wahre und falsche Freunde sind und was das Internet überhaupt ist. Es gibt zum Beispiel Geheimnisse, die man bewahrt und andere, die Kinder lieber doch mit den Eltern oder einem anderen, der helfen kann, teilen sollen. Auch ist die Bezeichnung „Freunde“ keine treffende Bezeichnung. Es gibt Profile, wo User teils bis zu 700 „Freunde“ und mehr haben. Erwachsene wissen, dass es sich eher um eine Sammlung von Kontakten handelt und dass nur ein winzig kleiner Prozentsatz zu echten Freunden zählt. Kinder haben hier nicht so genaue Vorstellungen von den Dingen und sie sind leichter zu beeinflussen. Sie sind einfach viel naiver und dafür lieben wir sie ja auch. Aber: Schutz ist wichtig!

„Wenn du nicht weißt, was los ist, halt Abstand, auch im Internet!“  (S. 23)

Wenn du einen Vorgeschmack auf das Heftchen haben willst oder es keines mehr gab, weil die sehr beliebt sind,  habe ich die Tips aus dem Pixi-Buch zusammengefasst. Vor der Nutzung des Internets gilt jedoch die Regel: Sei bei der Einrichtung von eigenem Benutzer, dem Browser und Profilen im Netz dabei, überpfüfe die Sicherheitseinstellungen und stelle die maximale Sicherheit für dein Kind ein!

Du musst (ich habe hier bewusst musst gewählt!) einem Kind erklären oder zeigen,

  • Wie es einen Bildschirm ausschalten kann! Nur dann kann es bei aus Versehen angeklickten Obszönitäten etc. schnell reagieren.
  • Dass bei klassischen Chats jeder sehen kann, was es schreibt! Soll es privat sein, muss ein Instant Messenger wie Skype oder ICQ genutzt werden.
  • Dass es keine Anhänge von Fremden Absendern öffnen darf! Diese können nicht nur Viren sondern eben auch Obszönitäten enthalten. (Hier empfiehlt es sich, dieses Wort mit „Dinge, die du nicht sehen möchtest“ oder „Inhalte, die dich erschrecken“ als Umschreibung zu verwenden.)
  • Wie eine Web-Cam funktioniert und dass es möglich ist, Video-Chats aufzunehmen und auch, dass man solche Videos ins Netz stellen kann!
  • Dass es Fake Profile gibt und man sich im Internet ganz leicht verstellen kann. Man sieht seinen „Freund“ nicht unbedingt und kann so weder Alter, Geschlecht oder Körpersprache zur Beurteilung über Vertrauenswürdigkeit und Sympathie heranziehen
  • Dass es stets einen Nickname, also einen Spitznamen, nutzen soll!
  • Was private Angaben sind! Der Begriff „Privat“ erschließt sich Kindern nicht. Sie müssen wissen, dass man sie nur bei Menschen macht, denen man vertrauen kann. Dein Kind (und du auch) muss darauf achten, was es in seinem oder ihrem Profil über sich verrät.
  • Dass es sich nie mit einem neuen „Freund“ verabreden und treffen soll, ohne dich vorher zu informieren!
  • Dass es andere Fragen um Erlaubnis bitten muss, bevor Fotos veröffentlicht werden, auf denen diese zu sehen sind!
  • Dass Fotos nicht wieder entfernt werden können, wenn andere sie kopiert und weitergeleitet haben! Fotos im Internet sind wie eine Tätowierung, die nicht mehr zu entfernen ist.
  • Dass es mit dir spricht, wenn es zu etwas aufgefordert wird, wobei es sich schlecht fühlt oder das es nicht tun möchte!

„Sag laut und deutlich nein, verlasse dich auf dein Gefühl und vertraue auf deinen Mut!“ (S. 25)

Die weiterführenden Links aus dem Heft habe ich auch noch einmal aufgelistet:

Unter dem Strich ist dieses Pixi Buch so vollgepackt mit hilfreichen und nützlichen Informationen. Kein Wunder also, dass man da schwer ran kommt!

Techniker Krankenkasse #smwhhKinder. Social Media. Verantwortung. Kinder und Jugendliche im Social Web.

Ich war die ganze letzte Woche auf der Social Media Week in Hamburg unterwegs. War lustig und unterhaltsam, wenn auch etwas stressig. Das Beste kam zum Schluss, nämlich der Vortrag der Techniker Krankenkasse – Kinder. Social Media. Verantwortung. Klingt erstmal überhaupt nicht spannend oder? Dachte ich auch erst, wurde aber eines Besseren belehrt. Dort waren insgesamt 7 Redner geladen, nicht schlecht Herr Specht! Gestreamt wurde hier übrigens auch wieder, wer es also noch einmal komplett sehen will, der klickt hier.

Habt ihr schon einmal vom Social Media Burnout gehört? Es heißt, dass die Informationsflut von heute eine Form von Stress erzeugt oder erzeugen kann, die Burnout-ähnliche Symptome auslösen soll. Kann ich mir teils irgendwie gar nicht vorstellen und teils sehr gut. Manchmal hat man ganz schön damit zu tun, alles zu behalten, was man sich unbedingt noch ansehen wollte. Und dann ist es vergessen, weil man, sobald man FB aufmacht, eh vergessen hat, worum es gerade noch gerade. Ganz übel wird es, wenn man auch noch die FB-Startseite hat…( das war ein kurzes, schnell für sinnfrei befundenes Experiment) Zurück zum Vortrag: Heute gibt es ein „digitalen generation gap“. Das heißt übersetzt, es gibt einen digitalen Graben zwischen den Generationen. Auf der einen Seite stehen die Kids von heute, die digital natives (digitale Ureinwohner) und auf der anderen Seite des Grabens befinden sich die Traditionalisten. Die Eltern können vielfach nicht nachvollziehen, was die Kinder an der übermäßigen Mediennutzung so toll finden und die Kinder wiederum können sich absolut nicht vorstellen, auf Medien zu verzichten.

Katrin Viertel, Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Medienwirkungsforschung, hat sozusagen den Hauptvortrag gehalten. Sie ist Medienpädagogin und arbeitet als Eltern-Medien-Lotse. Dabei handelt es sich um ein Projekt von TIDE, gefördert von der Medienanstalt Hamburg und Schleswig-Holstein. Laut Frau Viertel ist es grundsätzlich erst einmal so, dass es eine auf dem Alter der Kinder basierenden Unterschied in der Mediennutzung gibt:

  • 6 – 11 jährige Kinder nutzen Medien überwiegend zum Spielen und Fernsehen.
  • 12 – 19 jährige nutzen soziale Netzwerke, Video- und Shoppingportale, sprich sie nutzen Facebook, Youtoube und Ebay. Links oder rechts davon gibt es eigentlich nichts nennenswertes.

Weiterhin gibt es verschiedene Aspekte in der Verantwortung:

  1. Anwendungskompetenz: Was kann ein Gerät? Was sind zum Beispiel Rückruf-Fallen, Urheberrechtsverletzungen und was bedeutet kostenlos wirklich (v.a. bezogen auf Online Games)?
  2. Beurteilungskompetenz: Wie vertrauenswürdig sind bestimmte Quellen im Internet (Wikipedia vs. Brockhaus)?
  3. Soziale Kompetenz: Worauf muss man Rücksicht nehmen (Stichwort cyber Mobbing)? Muss man immer online sein (Stichwort Suchtverhalten)? Hier geht es vor allem um (selektive) Wahrnehmung, Reflektion des Verhaltens und Interpretation unvollständiger Infos, hervorgerufen durch zb. nicht-zu-Ende-lesen.
  4. Anwendungssicherheit: Was kann man mit Daten machen und wie kann man Datenmissbrauch vorbeugen?

Eltern fragen sich häufig, wie lange man, beispielsweise pro Tag, die Mediennutzung erlauben sollte. Sie möchten eine Regel, ja gar ein Patent, das ihnen ohne Probleme und weiteres nachdenken ermöglicht, gute Eltern zu sein. So etwas gibt es jedoch nicht, das muss man sich klar machen. Jedes Kind ist anders.  Solange Kinder keine Verhaltensauffälligkeiten bzw. Suchtverhalten zeigen, dürfte auch alles im Rahmen sein. Jedem ist aber durchaus klar, dass ein 3-jähriger überfordert ist, wenn er 3 Stunden oder mehr vor dem Fernseher verbringt. Dazu reicht etwas gesunder Menschenverstand aus. Bei den größeren Kids oder besser gesagt Jugendlichen muss man sich auch Gedanken darüber machen, welche Motive hinter der Dauernutzung des zB. Smartphones stehen. Sie wollen kommunizieren, an Dingen teilhaben und sie wollen sich darstellen, jemand sein, cool sein! Wirklich gefährlich wird das dadurch, dass Kinder und auch Jugendliche nicht ausreichend darüber nachdenken, was passieren könnte. Unser Alltag ist im Vergleich dazu bestimmt durch Vorahnungen und Sorgen. Unbeschwert sind wir schon lange nicht mehr gewesen, diese Eigenschaft geben wir an unsere Kinder ab, in dem Moment wo sie das Licht der Welt erblicken. Das ist auch gut so. Es verpflichtet uns als Eltern aber auch in gewisser Weise zur Auseinandersetzung mit den einzelnen Medien. Hierbei sind aber nicht nur die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung gemeint, die die schädlichen Einflüsse von Facebook auf die Zufriedenheit des Einzelnen genauer untersuchen ;)

Wie kann nun also die Kompetenz der Eltern wachsen? Eltern brauchen Sicherheit und den richtigen Ansprechpartner. Kinder brauchen Ansprechpartner innerhalb des Elternhauses. Für eine erfolgreiches Wachsen der anfangs aufgezählten Kompetenzen müssen hier alle Akteure zusammen arbeiten, also Eltern, Pädagogen, Anbieter und die Gesellschaft.

Das Mediennetz Hamburg bietet hier eine ganze Reihe von Reportagen zu den verschiedensten Themen, angefangen von Mögliche Risiken im Chatroom und Chatsprache über Schwerpunkt Jugendmedienschutz bis hin zu iPod und Plattenspieler – Schallplatten und Kassetten digitalisieren gibt es dort alles. Zusätzlich gibt es hier die Broschüre selbst & bewusstTipps für den persönlichen Datenschutz bei Facebook vom Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Falls ihr noch Fragen habt oder weitere Infos benötigt, könnt ihr mich gern unter kinderundwerbung@office-dateien.de kontaktieren.

Eure Jane