Archiv für die Kategorie ‘Grundlagen’

Die Pixi Bücher kennt man ja. Sie haben vielen Kindern und auch so manchem Elternteil schon bei der Beantwortung der einen oder anderen Frage geholfen. Sie enthalten Infos zu Themen, die für Kinder relevant sind und vermitteln diese in einer kindgerechten Aufmachung und Sprache. So wird zum Beispiel erklärt, wie man mit Haustieren umgeht („Der süßeste Hund von allen“), was zu tun it, wenn man Angst vor Wasser hat („Ist Vincent wasserscheu?“) oder was man macht, wenn einen ein Fremder anspricht oder gar fotografiert („Lena sagt Nein!“). Worauf ich heute aufmerksam machen möchte, ist „Sicher durchs Internet mit Ben und Lena“. Ein sehr schön geschriebenes kleines Heft, das ich auf der Social Media Week beim Vortrag Kinder. Social Media. Verantwortung mitnehmen konnte.

Ich habe heute erst wirklich die Ruhe gehabt, um mir das Büchlein durch zu lesen und den Beitrag zu schreiben. Nur das Lesen hat ungefähr eine Viertelstunde gedauert. Länger nicht! Mein Tip vorweg ist daher: Wenn du dieses Heft irgendwo siehst, nimm es mit! Diese 15 Minuten sollte jeder investieren, der sich um seinen Nachwuchs sorgt. Jedes Kind ist irgendwann soweit, die ersten Schritte im World Wide Web zu unternehmen. Die Medienkompetenz unserer Kinder liegt in unseren Händen und Wissen ist in diesem Bereich enrom wichtig! Die Klicksafe Werbung „Schützen Sie Ihre Kinder im Internet“ ist da sehr treffend…


Zurück zu Pixi:

Zunächst einmal wird hier erklärt, was wahre und falsche Freunde sind und was das Internet überhaupt ist. Es gibt zum Beispiel Geheimnisse, die man bewahrt und andere, die Kinder lieber doch mit den Eltern oder einem anderen, der helfen kann, teilen sollen. Auch ist die Bezeichnung „Freunde“ keine treffende Bezeichnung. Es gibt Profile, wo User teils bis zu 700 „Freunde“ und mehr haben. Erwachsene wissen, dass es sich eher um eine Sammlung von Kontakten handelt und dass nur ein winzig kleiner Prozentsatz zu echten Freunden zählt. Kinder haben hier nicht so genaue Vorstellungen von den Dingen und sie sind leichter zu beeinflussen. Sie sind einfach viel naiver und dafür lieben wir sie ja auch. Aber: Schutz ist wichtig!

„Wenn du nicht weißt, was los ist, halt Abstand, auch im Internet!“  (S. 23)

Wenn du einen Vorgeschmack auf das Heftchen haben willst oder es keines mehr gab, weil die sehr beliebt sind,  habe ich die Tips aus dem Pixi-Buch zusammengefasst. Vor der Nutzung des Internets gilt jedoch die Regel: Sei bei der Einrichtung von eigenem Benutzer, dem Browser und Profilen im Netz dabei, überpfüfe die Sicherheitseinstellungen und stelle die maximale Sicherheit für dein Kind ein!

Du musst (ich habe hier bewusst musst gewählt!) einem Kind erklären oder zeigen,

  • Wie es einen Bildschirm ausschalten kann! Nur dann kann es bei aus Versehen angeklickten Obszönitäten etc. schnell reagieren.
  • Dass bei klassischen Chats jeder sehen kann, was es schreibt! Soll es privat sein, muss ein Instant Messenger wie Skype oder ICQ genutzt werden.
  • Dass es keine Anhänge von Fremden Absendern öffnen darf! Diese können nicht nur Viren sondern eben auch Obszönitäten enthalten. (Hier empfiehlt es sich, dieses Wort mit „Dinge, die du nicht sehen möchtest“ oder „Inhalte, die dich erschrecken“ als Umschreibung zu verwenden.)
  • Wie eine Web-Cam funktioniert und dass es möglich ist, Video-Chats aufzunehmen und auch, dass man solche Videos ins Netz stellen kann!
  • Dass es Fake Profile gibt und man sich im Internet ganz leicht verstellen kann. Man sieht seinen „Freund“ nicht unbedingt und kann so weder Alter, Geschlecht oder Körpersprache zur Beurteilung über Vertrauenswürdigkeit und Sympathie heranziehen
  • Dass es stets einen Nickname, also einen Spitznamen, nutzen soll!
  • Was private Angaben sind! Der Begriff „Privat“ erschließt sich Kindern nicht. Sie müssen wissen, dass man sie nur bei Menschen macht, denen man vertrauen kann. Dein Kind (und du auch) muss darauf achten, was es in seinem oder ihrem Profil über sich verrät.
  • Dass es sich nie mit einem neuen „Freund“ verabreden und treffen soll, ohne dich vorher zu informieren!
  • Dass es andere Fragen um Erlaubnis bitten muss, bevor Fotos veröffentlicht werden, auf denen diese zu sehen sind!
  • Dass Fotos nicht wieder entfernt werden können, wenn andere sie kopiert und weitergeleitet haben! Fotos im Internet sind wie eine Tätowierung, die nicht mehr zu entfernen ist.
  • Dass es mit dir spricht, wenn es zu etwas aufgefordert wird, wobei es sich schlecht fühlt oder das es nicht tun möchte!

„Sag laut und deutlich nein, verlasse dich auf dein Gefühl und vertraue auf deinen Mut!“ (S. 25)

Die weiterführenden Links aus dem Heft habe ich auch noch einmal aufgelistet:

Unter dem Strich ist dieses Pixi Buch so vollgepackt mit hilfreichen und nützlichen Informationen. Kein Wunder also, dass man da schwer ran kommt!

Das Kinder Informationen anders auf nehmen und auch weitergeben, ist jedem bekannt. In der Theorie gibt es den idealtypischen Verlauf. Der ist aber, wie der Name schon sagt, idealtypisch und damit wohl mit utopisch gleichzusetzen.

Im idealtypischen Kommunikationsprozess gibt der eine Kommunikationspartner durch ihn kodierte Informationen ab, er sendet sie also, und der andere dekodiert diese und nimmt sie dann wieder auf, empfängt dann also. Sprich Sender = Firma, zum Beispiel Mattel, und Empfänger = Zwerg. Durch den Einsatz von Werbemitteln wird die Werbung so ausgestaltet, dass die Botschaft (Kauf mich, ich bin so toll!) indirekt übermittelt wird. Die Entschlüsselung im Kopf des Kindes ist notwendig, damit das Kind die Information verstehen kann. Soweit zur idealen Vorstellung.

Bei Kindern findet dieses Prozedere wohl eher selten statt. Das heißt, dass es bestimmte Störquellen gibt, durch die die gesendete Information entweder gar nicht oder falsch entschlüsselt wird. Kindern passiert das schneller als Jugendlichen oder Erwachsenen, das heißt die Anfälligkeit für Störungen im Prozess schwindet mit zunehmendem Alter. Für die Werbung bedeutet das widerum, dass mögliche Störquellen bzw. Einflussfaktoren genau identifiziert werden müssen. Nur dann kann die gesendete, verschlüsselte Werbebotschaft vom Kind richtig dekodiert und aufgenommen werden.

Kommen wir zu den Einflussfaktoren/Störquellen:
Die subjektive und selektive Wahrnehmung         

Ja, subjektiv und selektiv sind zwei Dinge, die aber nunmal zusammengehören und alle Sinne betreffen, also das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Wahrnehmung passiert automatisch und ist durch einen selbst nicht beeinflussbar. Was ich sehe, dass sehe ich. Die Wahrnehmung umfasst aber noch mehr als die reine Informationsaufnahme, denn erst durch die Interpretation der Information im Gehirn wird etwas wirklich wahrgenommen. Hinzu kommt, dass nur bewusst wahrgenommene Informationen empfangen und verarbeitet werden können.

Wahrnehmung erfolgt subjektiv. Eine plötzliche Situation wird von jedem etwas anders wahrgenommen, denn jeder hört, sieht und erlebt alles nur aus seinem eigenen Blickwinkel. Frühere Erfahrungen haben natürlich auch Einfluss auf diesen Blickwinkel. Das Gehirn versucht, neue Informationen in bestehende semantische Netzwerke einzuordnen. Bei Kindern sind diese aber noch relativ klein und unverbunden. Deshalb müssen Informationen vereinfacht, verzerrt und anders organisiert werden.

Selektive Wahrnehmung bedeutet, dass nicht alle Reize wahrgenommen werden, sondern nur die, die deine Aufmerksamkeit erregen. Dieser Prozess dient dem Schutz vor Überlastung. Kinder kennen viele Situationen noch nicht und haben keine Erfahrung, auf die sie zurückgreifen können. Zusätzlich sind sie nicht so aufnahmefähig wie Erwachsene. Sie müssen wesentlich stärker selektieren und ihre Wahrnehmung auf das Wesentliche beschränken. Bei ihnen wirkt die Aufmerksamkeit wie ein Filter, durch den eine Werbebotschaft dringen muss!

Involvement                                                                                             

Involvement ist englisch und bedeutet soviel wie „Verwicklung in etwas“. Je wichtiger etwas für den sogenannten Rezipienten ist, sprich das zu bewerbende Kind, umso höher ist seine sensorische Aktivierung und damit seine Aufmerksamkeit. Klingt alles ziemlich wissenschaftlich, aber der Verzicht auf Fachvokabeln ist an dieser Stelle schwierig. Je mehr sich ein Kind also für etwas interessiert, umso schneller ist es aufmerksam, wenn der Werbespot dafür gesendet wird. So gibt es das High-Involvement, bei dem sich das Kind aktiv mit dem gesehenen auseinander setzt und das Low-Involvement, bei dem das Kind den Spot nur passiv wahrnimmt. Ein Beispiel hierfür ist Mädchen- und Jungenspielzeug: Mädchen sind bei Puppenwerbung sehr involviert und Jungen eher weniger. Bei Legowerbung ist es meist anders herum. Die Kommunikation mit Kindern ist somit nur dann möglich, wenn diese ein hohes Maß an Involvement gegenüber dem zu bewerbenden Gegenstand haben. Nur dann nehmen sie diesen Gegenstand wahr.

Um die für uns lustige Seite dieser subjektiven, selektiven und involvement-abhängigen Wahrnehmung zu zeigen, gibt es zum Schluss was zum schmunzeln: Kindermund :) „Erkenntnisse aus Schulaufsätzen (2. Grundschulklasse):

  • Der Papst lebt im Vakuum. (ach so? ;-)
  • In Frankreich hat man die Verbrecher früher mit der Gelatine hingerichtet. (das ist ja auch um einiges humaner? ;-)
  • Mein Papa ist ein Spekulatius. Der verdient ganz viel Geld an der Börse. (und an Weihnachten verdient er immer richtig viel!!!;-)
  • Bei uns dürfen Männer nur eine Frau heiraten. Das nennt man Monotonie. (Früh erkannt?.. ;-)
  • Bei uns hat jeder sein eigenes Zimmer. Nur Papi nicht, der muss immer bei Mami schlafen. (Armer Mann? ;-)
  • Die Fische legen Leichen ab, um sich zu vermehren.(uhhh? dazu sag ich mal nix? ;-)“

…wer die restlichen Ergüsse auch lesen will, schaut hier!

Viel Spaß damit!

Kinder und Werbung

Was darf und was muss

Die Kinderwerbebranche ist ein nicht unbedeutender Teil der Werbe- und Filmbranche. Die großen Modekataloge lassen je Winter- und Sommersaison um die 350.000 Bilder aufnehmen. Kindermodels werden wie Erwachsene über Kindermodelagenturen für Statistenrollen, Werbefotos oder -spots gebucht. Klar müssen die Eltern bzw Erziehungsberechtigten damit einverstanden sein, aber auch die Kids müssen wollen. Und die kleinen Kindermodels müssen zu jedem Termin begleitet werden. Gut, das ist ja klar! [Man stelle sich mal vor, die werden da in Gruppen oder so hingejagt…so nach dem Motto: Mutti 1 ist heute dran und die nimmt dann noch 4 Zwerge mit, sodass die Kids jeden Tag unterwegs sind…]

So richtig nachvollziehen kann ich das nicht, aber es gibt tatsächlich Kids, die da Spaß dran haben sollen. Für meine kann ich mir das nicht vorstellen. Na ja aber selbst wenn, was für die Kinder ein Spaß ist, ist für die Eltern oft mit Stress verbunden. Aber man kann sich auch gut vorstellen, dass der schnell vergessen ist, wenn der eigene Nachwuchs abends in der neuen Suppenwerbung zu bestaunen ist.

Aber auch wenn es meistens Spaß ist: Kinder sind schutzbedürftig und stressanfälliger, dass heißt sie können Druck nicht so standhalten wie Erwachsene. Kinderarbeit ist verboten und Ausnahmen unterliegen so einigen strengen rechtlichen Vorgaben. Daher dürfen Kinder laut § 5 Absatz III des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) nur leichte Arbeiten erledigen und ihre Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung darf dabei nicht gefährdet werden. Es muss natürlich auch darauf geachtet werden, dass die schulischen Leistungen nicht negativ beeinflusst werden. Und zuguterletzt sollte die Arbeit für das Kind geeignet sein. Ja, und da würd’s bei mir scheitern haha ;)

Auch die Arbeitszeit ist auf höchstens 2 Stunden täglich an maximal 5 Tagen der Woche begrenzt. Das sind immerhin 10 Stunden in einer Woche…und dazu kommt Schulunterricht und Hausaufgaben! Hinzu kommt, dass die lieben Kleinen auch nur zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten dürfen und es darf nicht vor oder während der Schulzeit gearbeitet werden. [Auch gut, da gäb’s bestimmt auch einige, die das lieber machen würden]

Bei der Arbeit mit Kindern ist außerdem darauf zu achten, ob die elterlichen Motive dominieren oder die Kinder wirklich selbst diejenigen sind, die zum Casting wollen. Das ist aber nur bei Kindern möglich, die den Sinn eines Castings verstehen können. Bei Babys ist der Wille des Kindes beispielsweise unerheblich, hier sind ausschließlich die Eltern die treibende Kraft. Anders herum ist es natürlich ebenso möglich, dass sich Kinder ohne Wissen und Zustimmung der Eltern bei Casting-Agenturen anmelden! In diesem Falle muss der ambitionierte Nachwuchs die Überzeugungsarbeit leisten und seinen Eltern etwaige Bedenken nehmen.

Wer sich weiter informieren will, auf der Seite Rechtliche Vorschriften hab ich alles wichtige zusammen getragen.

Eure Jane

Aaaalso ich unterscheide hier zwei Mögliche und für den Blog nützliche Abgrenzungen oder besser Definitionen: Die nach dem Recht und die andere im Sinne der Werbung (gut, das war ja jetzt eigentlich auch klar :)

Juristische Definition des Begriffes Kind

Im deutschen Recht findet man die Einordnung des Begriffes „Kind“ im Jugendschutzgesetz (JuSchG). Nach § 1 Abs. I JuSchG sind Kinder vom Tage ihrer Geburt an bis zur Vollendung des 13. Lebensjahres als solche einzuordnen. Erst ab dem 14. Lebensjahr sind sie rechtlich gesehen Jugendliche. Nach dieser Abgrenzung richtet sich auch mein Blog, das heißt ich beziehe mich auf Werbung vor und mit Kindern, wobei die Kinder zwischen 6 und 13 Jahre alt sind.

Marketingbezogene Abgrenzung: Kinder als Zielgruppe

Zunächst einmal ist eine Zielgruppe als solches eine Gruppe von Personen, die bezüglich bestimmter Eigenschaften oder Merkmale relativ gleichartig sind, also sich homogen verhalten. Anhand dieser Merkmale wie zum Beispiel dem Alter oder Geschlecht ist es möglich, den gesamten Markt in Segmente einzuteilen und Zielgruppen zu bilden.[1]  Diese Gruppen werden dann mit Instrumenten wie der Werbung, Verkaufsförderung oder auch PR angesprochen.

Eine genaue Bestimmung der Zielgruppe ist der Ausgangspunkt für alle marketingbezogenen Maßnahmen. Die Zielgruppe „Kind“ könnte man nach dem Geschlecht oder dem Alter eingrenzen. Demnach kann man nach „Jungen“ und „Mädchen“ einteilen oder nach „Babys“, „Klein-“ bzw. „Vorschulkinder“, „Grundschulkinder“ und „Schulkinder“. Doch auch die Gruppe der Schulkinder umfasst noch immer eine Menge heranwachsender Persönlichkeiten. Hier gibt es zum Beispiel Maßnahmen speziell für die sogenannten „Pre-Teens“. Sie richten sich nur an an Kinder von zehn – zwölf Jahren.[2]

Die jungen Konsumenten sind nicht nur für Produzenten elektronischer Medien wie Spielekonsolen, Handys oder MP3-Player eine der wichtigsten Zielgruppen. Mit einer Kaufkraft von insgesamt 6,5 Milliarden Euro sind sie bedeutende Marktteilnehmer.[3]  Sie beeinflussen durch die Entdeckung und Empfehlung bestimmter Marken auch den Konsum der Eltern maßgeblich mit. Hierbei bleibt aber zu berücksichtigen, dass sie nur dann ein neues Produkt in ihre Familie einführen und Einfluss nehmen wollen, wenn sie sich auch wirklich für das Produkt interessieren. Und da kommt dann wieder die Werbung ins Spiel.

Anmerkung: Nach der UN – Kinderrechtskonvention (auch als „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ bezeichnet, Art. 1) ist dagegen Kind, wer noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Literatur hierzu findest du außerdem unter den folgenden Quellen:

  1. Gabler Kompakt – Lexikon Wirtschaft (2006), S. 381.
  2. Müller (1997), S. 26.
  3. KidsVerbraucheranalyse (2007), S. 6.

Hier mal ein Auszug aus einer der führenden deutschen Marketinglexika zur Definition: Marketing ist nach Kotler und Bliemel „ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erstellen, anbieten und miteinander austauschen.“ [1]

Wenn man jetzt versucht, diese Definition auf Kinder anzuwenden, fällt schnell auf, dass Kinder eher selten in der Lage sind etwas zu erstellen oder anzubieten. Marketing heißt aber auch, dass Personen auf Märkten tätig sind und so dafür sorgen, dass durch Tauschvorgänge die Zufriedenheit aller Tauschpartner steigt. Beim Kindermarketing sind diese Tauschvorgänge so ausgestaltet, dass einer der Tauschpartner ein Unternehmen/ Anbieter ist und der andere Tauschpartner ein Kind/ dessen Erziehungsberechtigter.

Die Marketinginstrumente werden so eingesetzt, dass die lieben Kleinen speziell angesprochen werden und so bestimmte Wünsche und Bedürfnisse geweckt oder bestärkt werden sollen. Hierzu gehört der Einsatz der klassischen Bereiche (die gerne auf -politik enden): Produkt- und Programm-, Preis- und Kondition-, Kommunikations- und schließlich die Distributionspolitik. [2] Heute kommen noch die Möglichkeiten des Onlinemarketings dazu. Dem werde ich mich aber erst widmen, wenn ich das bereits zusammen getragene aufbereitet und online gestellt habe.

Das Interesse an Kindern als Konsumenten begann in den 60’er Jahren in den USA. Damals waren es nur einige wenige wie zum Beispiel James McNeal, die das Potenzial der kleinen Konsumenten sahen. Sie begannen damit, Kinder als eine eigenständige Zielgruppe zu identifizieren und deren Wünsche wahr zu nehmen. Zu dieser Zeit waren die wirtschaftlichen Folgen des 2. Weltkrieges weitgehend beseitigt und Eltern konnten sich auch wieder der Erfüllung dieser Wünsche widmen. Seitdem haben die Kaufkraft und das Konsumpotenzial der Kinder stetig zugenommen.

entnommen aus der KidsVerbraucherAnalyse 2008

entnommen aus der KidsVerbraucherAnalyse 2008

Heute stehen Kindern in Deutschland monatlich etwa 23 € zu ihrer freien Verfügung, wobei den 6- bis 9-Jährigen ungefähr 14 € zur Verfügung stehen und den 10- bis 13-Jährigen im Schnitt 32,5 €. Das hat sich seit 2010 auch nicht großartig geändert. Nur das Sparguthaben ist gestiegen.

Literatur hierzu findest du unter den folgenden Quellen:

  1. Kotler, Bliemel (2001), S. 12 und auch S. 24.
  2. Poth, Poth und Pradel (2008), S. 253.
  3. Zur Entwicklung siehe McNeal (1999), S. 13 und S. 17.

Entwicklung von Kindern

Veröffentlicht: 22. November 2012 in Grundlagen, Kinder
Schlagwörter:, , , ,

In der Theorie verhalten sich Individuen häufig optimal, sie sind sogenannte Homines oeconomici. [1]  In der Wirklichkeit muss ein solches Verhalten erst erlernt werden. Die kindliche Entwicklung ist da von so einigen Einflussfaktoren geprägt. Hier stehen die Eltern in der Pflicht, eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung zu ermöglichen. Durch sie sind die Grundbedürfnisse ihrer Kinder sicher zu stellen.
Gerade im Bereich des Medienkonsums ist es jedoch nicht so einfach, sein Kind zu beschützen. Entsprechende Einschränkungen oder gar Verbote sieht es als Bestrafung an. Ein Kind versteht nur schwer, dass es den Eltern nicht darum geht, es zu verärgern oder Macht zu demonstrieren, sondern dass ihnen lediglich das geistige Wohl des eigenen Kindes am Herzen liegt.

Formen der Entwicklung sind:

  1. Psychologische bzw. kognitive Entwicklung: hierunter versteht man die Entwicklung von geistigen Funktionen, die dem Erkennen und Erfassen von Gegenständen und Personen dienen. [2] Dazu gehören zum Beispiel die Intelligenz, das Denken, die Wahrnehmung und das Gedächtnis.
  2. Neurologische Entwicklung: Im Laufe der neurologischen Entwicklung eines Kindes werden neurologische Verbindungen im Gehirn (Synapsen) angelegt. Diese werden auch als Gedächtnisspuren bezeichnet.  Je öfter sich eine Situation bzw. ein Gedankengang wiederholt, umso tiefer wird die zugehörige Gedächtnisspur und umso länger bleiben die Informationen im Gedächtnis gespeichert. Außerdem entstehen bei sich ähnelnden Gedankengängen auch Verbindungen zu anderen Nervenzellen. Die Außenwelt kann zunehmend „neuronal repräsentiert“ werden.  Neuronale Netzwerke wachsen und verflechten sich immer weiter, wodurch das Gehirn eines Erwachsenen schließlich schnell und effektiv arbeiten kann. Jeder Mensch bildet aber eine ganz eigene Struktur innerhalb dieser Netzwerke. Bei Klavierspielern sind zum Beispiel bestimmte Teile des Gehirns ausgeprägter als bei Menschen, die das nicht können. Der Grund dafür liegt in den semantischen Netzwerken, die sich im Laufe des Lebens beim Spielen gebildet haben. Dieses Areal des Gehirns wurde trainiert und ist als Folge dessen ähnlich wie Muskelmasse gewachsen.

Entwicklung des Markenbewusstseins und der Markenpräferenz

Befragung bei 50 Kindern von 3-4 Jahren

Befragung bei 50 Kindern von 3-4 Jahren

Kinder entwickeln sich oft schneller, als es sich ihre Eltern vorstellen können. Zweijährige Kleinkinder sind sich durchaus schon darüber bewusst, welche Süßigkeit sie am liebsten haben wollen. [3] Mit ihrem hervorragenden Bildgedächtnis prägen sie sich Symbole, Formen und Farben sofort ein und sind auch beim nächsten Einkauf in der Lage, das Eingeprägte abzurufen. Ab dem Zeitpunkt, wo ein Kind eine Marke wieder erkennen kann, ist die Entwicklung der Präferenz für diese Marke und damit die (Marken-)Bindung zu ihr möglich. Wenn die Markenpräferenz erreicht ist, bedeutet das, dass das Kind genau diese Marke beim nächsten Einkauf wiedererkennen und auch haben möchte.
Untersuchungen zeigen, dass bereits die Hälfte der Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren die Verbindung zwischen einem Logo und der dahinter stehenden Produktart kennt.  Es erkennen sogar fast 70 Prozent der befragten Kinder das Milka – Logo und die meisten (62 Prozent) wissen auch, dass es sich hierbei um Schokolade handelt. An den dazugehörigen Namen können sich aber nur 16 Prozent der Kinder erinnern. Das zeigt, dass Verknüpfungen zwischen Logo und Markennamen erst ab Vollendung des 4. Lebensjahres beginnen.

Bis zu einem Alter von ungefähr 8 Jahren werden Präferenzen für eine Marke ausschließlich durch die äußere Gestalt der Produkte bestimmt. Erst dann entwickelt sich das Bewusstsein dafür, was eine Marke repräsentiert, nämlich ein bestimmtes Image, einen Life – Style.  Dann interessiert es auch, wie die Marke im sozialen Umfeld, der Clique oder der Klasse angenommen wird und ab dann sind Kinder auch empfänglich für sozialen Druck.

Literatur hierzu findest du unter:
[1] Effertz (2008), S. 255 und 258.
[2] Goswami (2001), S. 338.
[3] Dammler; Barlovic; Melzer (2000), S. 105 -109.

Wahrnehmung von Werbung

Veröffentlicht: 20. November 2012 in Grundlagen, Kinder
Schlagwörter:, , , ,

Zunächst sei gesagt: Werbung kann auf Kinder ganz unterschiedlich wirken. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern schlichtweg für jeden auf unserem schönen Planeten. Welche Wirkungen speziell die Kinderwerbung haben kann und welche Folgen mit dem Konsum des Kinderprogramms oder auch des Internets verbunden sind, ist von Kind zu Kind anders.

Hintergrund hierbei ist eben die Tatsache, dass die Wahrnehmung ein automatischer und nunmal nur eingeschränkt kontrollierbarer Prozess ist. Sehen Kinder „TV für Große“ und die dazwischengeschaltete Werbung, dann konsumieren sie auch automatisch deren Inhalte. Fraglich ist, welche potenziellen Risiken damit verbunden sind. Dem widme ich mich auch, aber erstmal werd ich hier die grundsätzliche Entwicklung der Kleinen Zwerge er-bloggen , deren Mediennutzung und dann die verhaltensbezogenen Folgen des Ganzen…