Kinder. Social Media. Verantwortung.

Veröffentlicht: 26. Februar 2013 in Recht und Ordnung, Soziale Netzwerke
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Techniker Krankenkasse #smwhhKinder. Social Media. Verantwortung. Kinder und Jugendliche im Social Web.

Ich war die ganze letzte Woche auf der Social Media Week in Hamburg unterwegs. War lustig und unterhaltsam, wenn auch etwas stressig. Das Beste kam zum Schluss, nämlich der Vortrag der Techniker Krankenkasse – Kinder. Social Media. Verantwortung. Klingt erstmal überhaupt nicht spannend oder? Dachte ich auch erst, wurde aber eines Besseren belehrt. Dort waren insgesamt 7 Redner geladen, nicht schlecht Herr Specht! Gestreamt wurde hier übrigens auch wieder, wer es also noch einmal komplett sehen will, der klickt hier.

Habt ihr schon einmal vom Social Media Burnout gehört? Es heißt, dass die Informationsflut von heute eine Form von Stress erzeugt oder erzeugen kann, die Burnout-ähnliche Symptome auslösen soll. Kann ich mir teils irgendwie gar nicht vorstellen und teils sehr gut. Manchmal hat man ganz schön damit zu tun, alles zu behalten, was man sich unbedingt noch ansehen wollte. Und dann ist es vergessen, weil man, sobald man FB aufmacht, eh vergessen hat, worum es gerade noch gerade. Ganz übel wird es, wenn man auch noch die FB-Startseite hat…( das war ein kurzes, schnell für sinnfrei befundenes Experiment) Zurück zum Vortrag: Heute gibt es ein „digitalen generation gap“. Das heißt übersetzt, es gibt einen digitalen Graben zwischen den Generationen. Auf der einen Seite stehen die Kids von heute, die digital natives (digitale Ureinwohner) und auf der anderen Seite des Grabens befinden sich die Traditionalisten. Die Eltern können vielfach nicht nachvollziehen, was die Kinder an der übermäßigen Mediennutzung so toll finden und die Kinder wiederum können sich absolut nicht vorstellen, auf Medien zu verzichten.

Katrin Viertel, Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Medienwirkungsforschung, hat sozusagen den Hauptvortrag gehalten. Sie ist Medienpädagogin und arbeitet als Eltern-Medien-Lotse. Dabei handelt es sich um ein Projekt von TIDE, gefördert von der Medienanstalt Hamburg und Schleswig-Holstein. Laut Frau Viertel ist es grundsätzlich erst einmal so, dass es eine auf dem Alter der Kinder basierenden Unterschied in der Mediennutzung gibt:

  • 6 – 11 jährige Kinder nutzen Medien überwiegend zum Spielen und Fernsehen.
  • 12 – 19 jährige nutzen soziale Netzwerke, Video- und Shoppingportale, sprich sie nutzen Facebook, Youtoube und Ebay. Links oder rechts davon gibt es eigentlich nichts nennenswertes.

Weiterhin gibt es verschiedene Aspekte in der Verantwortung:

  1. Anwendungskompetenz: Was kann ein Gerät? Was sind zum Beispiel Rückruf-Fallen, Urheberrechtsverletzungen und was bedeutet kostenlos wirklich (v.a. bezogen auf Online Games)?
  2. Beurteilungskompetenz: Wie vertrauenswürdig sind bestimmte Quellen im Internet (Wikipedia vs. Brockhaus)?
  3. Soziale Kompetenz: Worauf muss man Rücksicht nehmen (Stichwort cyber Mobbing)? Muss man immer online sein (Stichwort Suchtverhalten)? Hier geht es vor allem um (selektive) Wahrnehmung, Reflektion des Verhaltens und Interpretation unvollständiger Infos, hervorgerufen durch zb. nicht-zu-Ende-lesen.
  4. Anwendungssicherheit: Was kann man mit Daten machen und wie kann man Datenmissbrauch vorbeugen?

Eltern fragen sich häufig, wie lange man, beispielsweise pro Tag, die Mediennutzung erlauben sollte. Sie möchten eine Regel, ja gar ein Patent, das ihnen ohne Probleme und weiteres nachdenken ermöglicht, gute Eltern zu sein. So etwas gibt es jedoch nicht, das muss man sich klar machen. Jedes Kind ist anders.  Solange Kinder keine Verhaltensauffälligkeiten bzw. Suchtverhalten zeigen, dürfte auch alles im Rahmen sein. Jedem ist aber durchaus klar, dass ein 3-jähriger überfordert ist, wenn er 3 Stunden oder mehr vor dem Fernseher verbringt. Dazu reicht etwas gesunder Menschenverstand aus. Bei den größeren Kids oder besser gesagt Jugendlichen muss man sich auch Gedanken darüber machen, welche Motive hinter der Dauernutzung des zB. Smartphones stehen. Sie wollen kommunizieren, an Dingen teilhaben und sie wollen sich darstellen, jemand sein, cool sein! Wirklich gefährlich wird das dadurch, dass Kinder und auch Jugendliche nicht ausreichend darüber nachdenken, was passieren könnte. Unser Alltag ist im Vergleich dazu bestimmt durch Vorahnungen und Sorgen. Unbeschwert sind wir schon lange nicht mehr gewesen, diese Eigenschaft geben wir an unsere Kinder ab, in dem Moment wo sie das Licht der Welt erblicken. Das ist auch gut so. Es verpflichtet uns als Eltern aber auch in gewisser Weise zur Auseinandersetzung mit den einzelnen Medien. Hierbei sind aber nicht nur die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung gemeint, die die schädlichen Einflüsse von Facebook auf die Zufriedenheit des Einzelnen genauer untersuchen ;)

Wie kann nun also die Kompetenz der Eltern wachsen? Eltern brauchen Sicherheit und den richtigen Ansprechpartner. Kinder brauchen Ansprechpartner innerhalb des Elternhauses. Für eine erfolgreiches Wachsen der anfangs aufgezählten Kompetenzen müssen hier alle Akteure zusammen arbeiten, also Eltern, Pädagogen, Anbieter und die Gesellschaft.

Das Mediennetz Hamburg bietet hier eine ganze Reihe von Reportagen zu den verschiedensten Themen, angefangen von Mögliche Risiken im Chatroom und Chatsprache über Schwerpunkt Jugendmedienschutz bis hin zu iPod und Plattenspieler – Schallplatten und Kassetten digitalisieren gibt es dort alles. Zusätzlich gibt es hier die Broschüre selbst & bewusstTipps für den persönlichen Datenschutz bei Facebook vom Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Falls ihr noch Fragen habt oder weitere Infos benötigt, könnt ihr mich gern unter kinderundwerbung@office-dateien.de kontaktieren.

Eure Jane

Kommentare
  1. […] Respekt für die Arbeit von Jane Schmidt, die immer wieder zu wichtigen Themen in Ihrem Blog „Kinder und Werbung“ schreibt. Ich beobachte auch die Familien und die Kinder in meinem Freundeskreis und kann es […]

  2. […] „Kinder. Social Media. Verantwortung“: Eine weitere Nachlese zur Social Media Week Hamburg von Jane Schmidt. (Unter der Kategorie „Kinder“ finden sich übrigens weitere lesenswerte Einträge in ihrem Blog). […]

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