Entwicklung von Kindern

Veröffentlicht: 22. November 2012 in Grundlagen, Kinder
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In der Theorie verhalten sich Individuen häufig optimal, sie sind sogenannte Homines oeconomici. [1]  In der Wirklichkeit muss ein solches Verhalten erst erlernt werden. Die kindliche Entwicklung ist da von so einigen Einflussfaktoren geprägt. Hier stehen die Eltern in der Pflicht, eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung zu ermöglichen. Durch sie sind die Grundbedürfnisse ihrer Kinder sicher zu stellen.
Gerade im Bereich des Medienkonsums ist es jedoch nicht so einfach, sein Kind zu beschützen. Entsprechende Einschränkungen oder gar Verbote sieht es als Bestrafung an. Ein Kind versteht nur schwer, dass es den Eltern nicht darum geht, es zu verärgern oder Macht zu demonstrieren, sondern dass ihnen lediglich das geistige Wohl des eigenen Kindes am Herzen liegt.

Formen der Entwicklung sind:

  1. Psychologische bzw. kognitive Entwicklung: hierunter versteht man die Entwicklung von geistigen Funktionen, die dem Erkennen und Erfassen von Gegenständen und Personen dienen. [2] Dazu gehören zum Beispiel die Intelligenz, das Denken, die Wahrnehmung und das Gedächtnis.
  2. Neurologische Entwicklung: Im Laufe der neurologischen Entwicklung eines Kindes werden neurologische Verbindungen im Gehirn (Synapsen) angelegt. Diese werden auch als Gedächtnisspuren bezeichnet.  Je öfter sich eine Situation bzw. ein Gedankengang wiederholt, umso tiefer wird die zugehörige Gedächtnisspur und umso länger bleiben die Informationen im Gedächtnis gespeichert. Außerdem entstehen bei sich ähnelnden Gedankengängen auch Verbindungen zu anderen Nervenzellen. Die Außenwelt kann zunehmend „neuronal repräsentiert“ werden.  Neuronale Netzwerke wachsen und verflechten sich immer weiter, wodurch das Gehirn eines Erwachsenen schließlich schnell und effektiv arbeiten kann. Jeder Mensch bildet aber eine ganz eigene Struktur innerhalb dieser Netzwerke. Bei Klavierspielern sind zum Beispiel bestimmte Teile des Gehirns ausgeprägter als bei Menschen, die das nicht können. Der Grund dafür liegt in den semantischen Netzwerken, die sich im Laufe des Lebens beim Spielen gebildet haben. Dieses Areal des Gehirns wurde trainiert und ist als Folge dessen ähnlich wie Muskelmasse gewachsen.

Entwicklung des Markenbewusstseins und der Markenpräferenz

Befragung bei 50 Kindern von 3-4 Jahren

Befragung bei 50 Kindern von 3-4 Jahren

Kinder entwickeln sich oft schneller, als es sich ihre Eltern vorstellen können. Zweijährige Kleinkinder sind sich durchaus schon darüber bewusst, welche Süßigkeit sie am liebsten haben wollen. [3] Mit ihrem hervorragenden Bildgedächtnis prägen sie sich Symbole, Formen und Farben sofort ein und sind auch beim nächsten Einkauf in der Lage, das Eingeprägte abzurufen. Ab dem Zeitpunkt, wo ein Kind eine Marke wieder erkennen kann, ist die Entwicklung der Präferenz für diese Marke und damit die (Marken-)Bindung zu ihr möglich. Wenn die Markenpräferenz erreicht ist, bedeutet das, dass das Kind genau diese Marke beim nächsten Einkauf wiedererkennen und auch haben möchte.
Untersuchungen zeigen, dass bereits die Hälfte der Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren die Verbindung zwischen einem Logo und der dahinter stehenden Produktart kennt.  Es erkennen sogar fast 70 Prozent der befragten Kinder das Milka – Logo und die meisten (62 Prozent) wissen auch, dass es sich hierbei um Schokolade handelt. An den dazugehörigen Namen können sich aber nur 16 Prozent der Kinder erinnern. Das zeigt, dass Verknüpfungen zwischen Logo und Markennamen erst ab Vollendung des 4. Lebensjahres beginnen.

Bis zu einem Alter von ungefähr 8 Jahren werden Präferenzen für eine Marke ausschließlich durch die äußere Gestalt der Produkte bestimmt. Erst dann entwickelt sich das Bewusstsein dafür, was eine Marke repräsentiert, nämlich ein bestimmtes Image, einen Life – Style.  Dann interessiert es auch, wie die Marke im sozialen Umfeld, der Clique oder der Klasse angenommen wird und ab dann sind Kinder auch empfänglich für sozialen Druck.

Literatur hierzu findest du unter:
[1] Effertz (2008), S. 255 und 258.
[2] Goswami (2001), S. 338.
[3] Dammler; Barlovic; Melzer (2000), S. 105 -109.

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